Wenn die Wolke die Trauer trifft
Leicht oder schwer, das ist hier die Frage

Wenn die Wolke die Trauer trifft

Mehr als Wasser und Tränen

Eine Wolke trifft hoch am Himmel die Trauer und sie kommen ins Gespräch.

Wolke: «Bin ich nicht schön? Menschen fliegen über mich hinweg und bestaunen mich aus dem Flugzeug oder sie sehen mich von unten hoch am Himmel.»
Trauer: «Ja irgendwie siehst du leicht aus. Aber du siehst nur so aus, bist aber sehr schwer. Das habe ich gelernt in der Sendung mit der Maus. Stell dir vor, sie haben eine wie dich ausgemessen und das Gewicht berechnet. Bei 10 Grad Celsius wiegst du pro Kubikmeter 10 Gramm. Das ergibt bei einer grossen Wolke das Gewicht von sieben Elefanten. Da staunst du. Du täuschst also die Menschen.»

Ich war noch nie auf der Waage

Wolke: «Na ja, ich war halt noch nie auf der Waage.»
Trauer: «Mich mögen die Menschen nicht sehr. Sie sehen mich nicht, doch jedes Kind und jeder Erwachsene hat mich schon gespürt. Ich bin überall. Ein Kind, weil es Haasi das Lieblingsplüschtier verloren hat. Erwachsene, weil die Geschichte nicht so weitergeht, wie sie es sich vorstellen. Dann komme ich ins Spiel und das finden die wenigsten lustig oder schön.»
Wolke: «Wer will schon traurig sein, das ist überhaupt nicht lustig.»
Trauer: «Du hast ja auch Seiten, welche die Menschen nicht mögen. Du verwandelst dich in eine Regenwolke und das exakt am Hochzeitstag oder vor dem Openairkonzert.»
Wolke: «Deshalb haben Wolkologen – so heissen die glaub ich – für unsereins Namen erfunden. Aber für dich gibt es eben nur einen.»

Wolken und ihre Namen

Meine Schwester die Federwolke

Wolke: «Nun schau dir meine Schwester an, die Federwolke, ist sie nicht schön. Ich bin eine Cumulus- haufenwolke.»
Trauer: «Ja für mich gibt es nur einen Namen, dafür viele Zustände. Da ist einmal die Wut, in der ich mich verstecke, wenn ich nicht erkannt werden will oder die Ironie, in die verkleide ich mich auch oft. Manchmal besuche ich Menschen spontan, grad dann, wenn sie mich nicht erwarten. Dann sage ich leise – hallo da bin ich.»
Wolke: «Weisst du was»?
Trauer: «Nein sag schon, du machst mich neugierig.»
Wolke: «Ich bin manchmal auch traurig.»
Trauer: «Echt jetzt, du siehst so aus als würde dich nichts umhauen.»


Schau mal was passiert

Wolke: «Kannst du dir vorstellen, wenn ich Wasser lasse, bin ich am Himmel nicht mehr sichtbar. Ich verschwinde einfach. Nicht einmal mehr der Regenbogen sieht mich. Dann weine ich ganz leise, so dass ein kleines Flüsschen entsteht. Meine Freunde die Regenwolken können grosse Flüsse machen.»
Trauer: «Oh du liebe Wolke, wir haben etwas gemeinsam. Erstens bin ich auch unsichtbar und zweitens kann ich Menschen dazu bringen, dass sie Wasser lassen. Dann siehst du auf den Gesichtern von Kindern und Erwachsenen kleine Rinnsale. Kleine Flüsschen entstehen unter den Augen.»
Wolke: «Das ist interessant, was passiert dann»?
Trauer: «Dann werde ich traurig, weil ich plötzlich verschwinde. Die Tränen spülen mich irgendwie weg und ich muss mir einen neuen Menschen suchen, bei dem ich wohnen kann.»
Wolke: «Ich wusste nicht, dass es so interessant ist mit dir über das Leben zu reden, ich freue mich, wenn ich dir wieder begegne.»
Trauer: «Gerne wieder, schön wars.»
Wolke: «Ich lasse mal Wasser – sieh nur, was da unten passiert.»

Wir sind mehr als Wasser und Tränen

Diese Geschichte war das Geschenk für eine Freundin.

Was sieht bei dir leicht aus und ist doch schwer oder bedeutend im Leben. Schreibe es gerne in den Kommentar.

Quellen:
Die Sendung mit der Maus: Wieviel wiegt eine Wolke
Bild 1: klickblick auf Pixabay
Bild 2: https://klexikon.zum.de/wiki/Wolke

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Blaue Feder

    Danke für die wunderbare Wolkengeschichte. Grad ist es hier etwas Nebelverhangen – auch eine Seite des Lebens. Ich werde mir mal die Wolken genauer anschauen. Ich wünsche Dir eine schöne Adventszeit, Susanne

    1. Rita Scheurer

      Danke Susanne – ich mag es auch, wenn der Nebel mich so einhüllt. Viel Licht wünsche ich dir im Advent

  2. Andrea Wiget

    So eine schöne und berührende Geschichte. Danke vielmals, liebe Rita!

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