Ziel erreicht und die Glückshormone überfluten mich

20.9 Kilometer gelaufen und viel geschwitzt. Die Zurufe kurz vor dem Zieleinlauf waren bewegend. Ich konnte die Freudentränen kaum zurückhalten. Mit einem Lachen und strahlenden Augen lief ich die letzten 200 Meter. Während dem Zieleinlauf spürte ich die oft beschriebenen Glückshormone. Dopamin, Serotonin, Oxytonin und viele anderen Stoffe fluten den Körper. Es ist geschafft, bei schönstem Wetter mit Aussicht auf den Hallwilersee und mit Tausenden anderen Läuferinnen und Läufern, die dasselbe Ziel hatten. Ein Umstand der nicht nur die Beine in Bewegung hielt, sondern auch die Gedanken. Und darunter ist einer, der mich plötzlich so erfasst, dass er mich nicht mehr loslässt: Im nächsten Jahr könnte ich sogar der New York Marathon schaffen.

Schon im Sommer setzte ich mir das Ziel, an diesem Samstag den Hallwilerseelauf zu absolvieren und ich habe daraufhin trainiert. Der Trainingsplan sollte nicht rigide sein und auch nicht so, dass die Lust am Training verloren geht. Regelmässige kürzere und längere Trainings, durch Strassen und Wälder alleine oder mit Freunden. Das Rumpf- und Muskeltraining brauchte etwas mehr Überwindung, doch ich führte es regelmässig durch.
Jeder gelaufene Kilometer hat sich gelohnt. Mein Kopf wurde dabei freier und während dem Laufen wurde manche Lösung für ein Problem plötzlich offensichtlich.

Vier Hinweise die mir geholfen haben, in Zusammenhang mit meinem Ziel:
1. Ein realistisches, herausforderndes und messbares Ziel setzen
2. Was ist zu tun, um das Ziel zu erreichen: Handlungsplan entwerfen
3. Den Weg zum Ziel voll auskosten, auch wenn’s anstrengend ist. Die Gedanken sind beim Training, nicht beim Ziel
4. Ziel erreicht, feiern und sich feiern lassen (nichts auf die Umstände abwälzen)

green-1968590_1920

Perspektivenwechsel

Der Hundetrainer macht es so
Das Ganze einmal andersrum. Im Alltag bin ich die Lehrerin und hoffe, meine „SchülerInnen“ lernen etwas Sinnvolles bei mir. Heute bin ich die „Schülerin“ mit dem Ziel, dass mein Hund Tapas besser abrufbar wird. So sieht es mit dem zurückrufen normalerweise aus. „Tapas – hier!“, rufe ich im Wald, oft bereits mit einem Stück Wurst in der Hand. Tapas schaut mich an und kommt sofort, meistens, etwa fünf von zehn Mal. Anders ist es, wenn Tapas beschäftigt ist mit einer spannenden Spur oder wenn sie schnüffelt, was sie liebend gerne tut. In diesem Fall tönt es dann so: „Tapas, hier“, nichts geschieht. Etwas lauter: „Tapaaas hier!!!!“, keine Reaktion. Nun will ich vom Hundetrainer Remo Rufer wissen, wie ich meine Erfolgsquote steigern kann. Sagen wir um 30% das heisst acht von zehn Mal.
Hundetrainer_1

Die erste Übung, erklärt mir Remo, hat mit der klassischen Konditionierung zu tun. Auf einen Reiz folgt eine Reaktion. Mit einem sogenannten Marker, einem wohlklingenden Wort, kann ich Tapas darauf einstimmen. Ich wähle „Yip“, als Marker, das tönt sanft. Weiterlesen „Perspektivenwechsel“