Wenn ich verzeihe, tue ich etwas Gutes für mich
Es kann einfach sein

Wenn ich verzeihe, tue ich etwas Gutes für mich

Jawohl so ist es und ich stehe dazu, ich bin mir wichtig. Wenn der Groll nämlich weitergrollt, ist mein Blutdruck hoch, meine Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol fluten mich. Das mag ja kurzfristig ganz lustig sein. Doch auf die Länge sind die Stresshormone sehr ungesund. Meine Arterien und alle Organe leiden darunter. Das Immunsystem kann nicht allem gerecht werden, wenn es sich um den Dauerstress kümmern muss. Vielleicht werde ich sogar krank.

Das Beste von allem – vielleicht hat mein Gegenüber, den Streit längst vergessen.

Nur in mir grollt der Groll und die Wut wütet weiter.

It’s hard to say I’m sorry

Peter Cetera und seine Band Chicago, haben diesen Text in unsere Herzen gesungen – jedenfalls den Älteren unter uns.

Gänsehaut pur. It’s hard to Say I’m Sorry – nicht ganz einfach, doch dann nach einigen Liedzeilen, sagt er es doch.

Wie schön.

I really want to tell you I’m sorry

Peter Cetera

Dann kann es also nicht so schwierig sein?

Ein kleiner oder grosser Streit und ich bin zu 100% sicher, dass ich recht habe. Weshalb soll ich also um Verzeihung bitten oder eine Entschuldigung annehmen?

Die Beziehung zur Freundin oder zum Kollegen ist überschattet. Man spricht nicht mehr so gelöst miteinander wie vor dem Streit. Wenns hochkommt, zerbricht eine Freundschaft daran.

Ein altes Sprichwort sagt: Der Gescheitere gibt nach, der Dümmere bleibt stehen.

Schon als Kind dachte ich: „Ich bin doch nicht dümmer, wenn ich recht habe, muss ich nicht nachgeben.“

Bin ich denn wirklich im Recht oder könnte ich mich auch täuschen?

Jedes vierte Strafurteil ist schätzungsweise ein Fehlurteil.

Ralf Eschenbach, Richter am Bundesgerichtshof in der Süddeutschen Zeitung vom 17. Mai 2015

Also auch Richter können sich irren.

Entschuldige, ich verzeihe dir

Einfacher ist es, sich zu entschuldigen und auch zu verzeihen:

  • wenn ich meinen Anteil am Konflikt eingestehe
  • wenn mir die Beziehung wichtiger ist, als im Recht zu sein

Sich selbst und anderen verzeihen

Verzeihen heisst nicht, erlebtes Unrecht zu beschönigen. Ich kann aber die Verantwortung für meine Gefühle und meine Gedanken übernehmen.

Hooponopono

Was?

Hat das etwas mit Geistern zu tun?

Nein keineswegs.

Hooponopono ist ein traditionelles Verfahren aus Hawaii, zur Aussöhnung und Vergebung.

Ein kleiner Teil aus dieser Tradition, wendete Dr. Hew Len in den 1980er Jahren im Staatskrankenhaus Kanohohe Hawai an. Berichten zufolge arbeitete er vier Jahre in diesem Krankenhaus. Auf einer Abteilung waren psychisch Kranke, gewalttätige Gefangene hospitalisiert.

Dr. Hew Len änderte seine Gedanken über die Gefangenen und begann jede Krankenakte zu studieren und im Stillen für jeden Patienten die folgenden vier Sätze zu sagen:

Es tut mir leid und er meinte damit: ich nehme das Problem, das ich mit dir habe an und bestätige es

Bitte verzeih mir und er meinte damit: was ich über dich denke oder wenn ich mich, dich oder andere bewusst oder unbewusst verletzt habe

Danke und meinte damit: dies ist der Dank, der von Herzen kommt, dass jetzt die Dinge einen guten Lauf nehmen

Ich liebe und akzeptiere mich / dich / euch und er meinte damit: Ich liebe mich, dich und euch bedingungslos.

Die Patienten wurden ruhiger, weil sie sich akzeptiert fühlten.

Dies ist ein kurzer Auszug aus der beschriebenen Geschichte. Daraus, zeigt sich die Kraft der eigenen Gedanken und wie sich dadurch das Verhalten anderen gegenüber verändern kann.

Mit diesen vier Sätzen beginnt das Verzeihen, denn ich übernehme die Verantwortung für mein Denken und Fühlen.

Ich kann sie still für mich sprechen. Sie wirken Wunder, denn meine innere Haltung verändert sich und ich kann wieder frei auf andere zugehen. Dabei kann ich Diskussionen ruhiger angehen oder Konflikte ansprechen.

Das Beste daran, um wieder bei der Selbstfürsorge anzukommen;

Wenn ich verzeihe und um Verzeigung bitte, tue ich etwas Gutes für mich

Ich bleibe gesünder, Groll und Wut können in mir nicht mehr grollen und wüten.

Meine Stresshormone sinken.

Welchen Groll hegst du?

Probiere die Hooponopono Methode aus. Die Wirkung ist sehr erfreulich, ich habs mehrfach ausprobiert.

Du willste es mit jemandem besprechen – melde dich bei mir zu einem Coaching


Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. In der aktuellen gesellschaftlichen Situation, die von sozialen Spaltungen und von gegenseitigem, scheinbar unversöhnlichem Unverständnis zwischen Geimpften und Ungeimpften geprägt wird, sollte dieser Blogbeitrag zur Pflichtlektüre für alle werden. Rita, vielen Dank!

    1. Rita Scheurer

      Herzlichen Dank. Genau so ist es Fred. Es ist gut, sich selbst wichtig zu nehmen – es ist auch gut, sich selbst immer wieder nicht so wichtig zu nehmen.
      Dann können wir uns wieder gegenseitig zuhören und uns trotz unterschiedliche Meinungen wertschätzen.

  2. Elke Dr. Franzki

    Schöne Anregung, Rita! Danke!

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