Jede Minute zählt – mach was draus

Jede Minute zählt – mach was draus

Lieber hören als lesen?

Jede Minute im Leben zählt

Das Leben ist wie eine Sanduhr. Die Zeit rinnt ununterbrochen durch die enge Stelle von einer Kammer in die andere. Der Unterschied zwischen Leben und Sanduhr ist, dass wir das Leben nicht einfach auf den Kopf stellen können und von vorne beginnen.

Es ist abends 20:12 Uhr die Sonne geht hinter dem Monte Leone am Lago Maggiore unter. Morgen wird sie zwei Minuten früher untergehen.

Am 21. Juni ist der längste Tag und danach werden die Tage immer etwas kürzer. Man könnte sagen; schon bald ist es wieder dunkel und es geht nicht mehr lange, bis der Winter kommt. Doch jetzt ist Sommer, es ist warm und das Wasser im See ist rund 22° Celsius. Die Abende sind warm, man kann lange draussen sitzen.

Beklagen oder Leben

Beklagen oder bedauern wir das, was irgendwann nicht mehr sein wird? Oder erleben wir den Moment? Die Wärme, den Sommer und gewaltige Blitze am Himmel, wenn ein Gewitter aufzieht.
Ein 50-Jährigen Mann, lebt in der Schweiz durchschnittlich noch 33,3 Jahre, eine 50-Jährigen Frau noch 36.5 Jahr. Das sagt die Statistik über die Lebenserwartung.

Ob dies für uns so ist oder nicht, wissen wir erst am Ende des Lebens. So gesehen zählt jede Minute, in der wir präsent sind und mit allen Sinnen im Hier und Jetzt leben.

Zugegeben, mir gelingt dies nicht immer. In meinem Kopf sind viele Projekte, die mich ab und zu davon abhalten.

Wenn es mir aber gelingt im Moment zu leben, ist es ein wunderschönes Gefühl und die Zeit dehnt sich aus.  

Lassen wir uns keine Zeit stehlen

Michael Ende beschreibt in Momo, die grauen Männer, die den Menschen Zeit stehlen. Sie wollen, dass alles schneller geht. Niemand soll sich die Zeit nehmen, zuzuhören oder Spass zu haben. Doch genau das ist es, was uns reich macht. Dasein für und mit anderen. Sich die Zeit nehmen, um zuzuhören statt nur den Zielen hinterher zu rennen ohne den Weg zu erleben. Siehe auch „die Kunst des Zuhörens“

Glücklicherweise rettet Momo die Welt und die grauen Männer sterben aus.

Am Ende zählt das gelebte Leben

Im Gespräch mit Angehörigen von Verstorbenen, ist es das gelebte Leben, das zählt. Dazu gehört auch ein grosses Engagement für die Arbeit und für andere Menschen.

Dies sind ein paar Aussagen von Menschen, die ihren Partner oder jemand sehr nahes verloren haben.

  • Er machte im Zug ein powernap, damit wir abends an ein Konzert gehen konnten
  • Es war nicht alles einfach, doch wir haben viel gelacht
  • Wenn wir zusammen kochten, hatten wir es einfach gut
  • Wir haben oft über das Sterben gesprochen
  • Wir hätten noch manches tun wollen

Das Leben von hinten denken

Steffen Eychmüller, Chefarzt Palliativcare der Insel Gruppe Bern, hat viele sterbenden Menschen begleitet. In einem Interview, welches 2016 in der Berner Zeitung veröffentlicht wurde, sagt er:
«Man stirbt besser, wenn man von Menschen umgeben ist, die einem helfen können. Deshalb lohnt es sich, das Leben gelegentlich von hinten zu denken. Ich habe vor kurzem einen Manager getroffen, der sehr krank ist, und wir kamen darauf, dass es gut wäre, wenn man lebenslänglich ein wenig trainiert, wie wichtig und wie schön Beziehungen und sogar Abhängigkeiten sind. Damit man es dann, wenn man sie braucht, nicht als Niederlage erlebt.»

Hat mein Leben anderen Freude gebracht?

Die alten Agypter hatten, laut Beschreibung im Film „the bucket list“, eine besondere Vorstellung vom Tod. So glaubten sie, ihre Seele komme vor die Himmelspforte. Dort stellen die Götter ihnen zwei Fragen. Die Antworten entscheiden darüber, ob sie eingelassen werden oder nicht. Blog „zu jung für eine Löffelliste?“

Die erste Frage ist:

  • ist es dir gelungen Freude im Leben zu finden?

Die zweite Frage:

  • hat dein Leben anderen Freude gebracht?

Zwei Mal ja – also komm rein. Sonst hast du noch eine Aufgabe im Leben.

Jede Minute zählt. Nehmen wir uns Zeit für die wichtigen Dinge im Leben.

Sprich über das was im Leben und beim Sterben zählt. Auch mit deinen Nächsten. Demnächst kommt mein überarbeiteter Onlinekurs – lass dich auf die Warteliste setzen, damit du rechtzeig informiert wirst.

Die Sonne geht nach dem 21. Juni immer etwas früher unter
Einfach sein



Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Elke Franzki

    Spricht mich sehr an, Rita! Insbesondere als 71-jährige, die allein dadurch, dass sie auf einmal eher 2x im Jahr jemanden auf den Friedhof begleitet, merkt, wie gut und wichtig es ist, sein Leben zu leben . Bewußt und genießend! Danke!

    1. Rita Scheurer

      Danke Elke – als TrauerRednerin erlebe ich auch oft die Endlichkeit. Das macht mich noch viel dankbarer, für die Zeit, die ich habe.

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