Danke

Danke

Beim Spazieren unterwegs mit Hund Tapas durch den Wald, geht mir so mancher Gedanke durch den Kopf.
Es hat geregnet und die Luft ist frisch, jetzt scheint die Sonne. Als Trauerrednerin beschäftige ich mich oft
mit Fragen zum Leben und zum Sterben.

Jetzt denke ich an viele Menschen und Dinge, für die ich dankbar bin und nehme mir vor, dies nicht nur zu denken, sonder auch zu sagen.

Dankbarkeit ist nicht positives Denken

Dankbarkeit darf nicht mit positivem Denken verwechselt werden. Laut Tony Robbins, amerikanischer Autor und Coach ist positives Denken, als hätten wir einen Garten voller Unkraut und ein paar Blumen.

Wir würden in den Garten stehen, die Augen schliessen und immer wieder sagen: «Im Garten ist kein Unkraut, im Garten ist kein Unkraut.»

Dankbarkeit ist etwas anderes. Wir sehen das Unkraut, doch auch die einzelnen Blumen und vielleicht auch Erdbeeren, die unter dem Unkraut versteckt sind.

Verborgene Erdbeeren

Es gibt schwierige Situationen, Menschen werden krank, verlieren ihre Partner oder werden von Umweltkatastrophen getroffen. Das alles kann man nicht schönreden oder schöndenken.

Bei der Dankbarkeit geht es darum, dem Negativen etwas Positives gegenüberzustellen. Etwas das bereits gut ist, etwas wofür wir nicht besser, schneller oder schöner werden müssen. Etwas das bereits da ist.

Stellen wir uns eine Waage vor. Auf der einen Seite ist das Negative. Wir können es nicht einfach wegnehmen. Was wir jedoch tun können, ist auf der anderen Seite kleine und grosse, gute Dinge auf die Waagschale legen.

Was kommt bei dir auf die Dankbarkeits-Waagschale?

Waage

Forschung zu Dankbarkeit

Brené Brown, Professorin in Huston, forscht seit Jahren zu Scham und Resilienz. Sie selbst bezeichnet sich als nicht besonders «fühlig» und konnte sich erst auf das Thema Dankbarkeit einlassen, als die Forschungsergebnisse zu Resilienz ihr keine andere Wahl liessen.

In Studien fand sie heraus, dass Personen, die eine systematische Form von Dankbarkeit praktizieren, eine besonders hohe Resilienz (Widerstandsfähigkeit) entwickeln. Diese Menschen erlebten gleich viel Stress wie andere, hatten jedoch bessere Fähigkeiten mit diesen Dingen umzugehen.

Als systematische Form der Dankbarkeitspraxis wird eine Übung bezeichnet, die Dankbarkeit aktiv kultiviert. Hier sind zwei Übungen beschrieben.

Das Dankbarkeitsjournal

Es braucht nicht mehr als ein Blatt Papier und einen Stift oder ein schönes Heft. Im Journal werden täglich morgens oder abends 3-10 Dinge aufgeschrieben wofür wir dankbar sind. Wenn wir es aufschreiben wird es noch realer. Wenn die Aufmerksamkeit auf das gelenkt wird, was bereits gut ist, lässt sich das andere besser ertragen.

Nutzen und Wirkung des Dankbarkeitsjournals sind bereits gut erforscht. Es wirkt schon nach ein paar Tagen. Wer sich auf Gutes konzentriert, sieht plötzlich mehr davon. Wenn es aufgeschrieben ist, kann man die Einträge in schlechten Zeiten wieder lesen.

Der Dankbarkeitsspaziergang

Auf dem Arbeitsweg oder sonst beim Spaziergang die Dinge sehen, die gut sind. Es können Blumen am Wegrand sein, Begegnungen oder ein Lächeln. Am besten sollen diese Dinge auch notiert werden.

Wäre Danke das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen

Meister Eckhart

Blog-Artikel mit ähnlichen Themen

Blog Link «Ist Dankbarkeit naiv?»
https://scheurer-coaching.ch/leben/ist-dankbarkeit-naiv/

Blog Link „Begegnung auf einer Wanderung“
https://scheurer-coaching.ch/uncategorized/begegnungen-auf-einer-wanderung/

Sags mit Musik – Danke oder Thank you

ABBA – Thank you for the music

Unheilig – Zeit zu gehen

Sunrise Avenue – Thank you for everything

Bon Jovi – Thank you for loving me

Fragen:

Wofür bist du dankbar?

Wir kannst du mehr Dankbarkeit in den Alltag bringen?

Schreib deine Gedanken in den Kommentar – es bedeutet mir viel, dich als Blogleserin/Blogleser zu haben

Rita Scheurer

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Elke Dr. Franzki

    Schon beim Lesen habe ich meine Gedanken abschweifen lassen – in Dankbarkeit für das gerade vergangene Wochenende mit meiner Enkelin, die mir soviel „beibringt“, meiner Familie überhaupt, dem Gatten 😁, und und und – und dass ich Deinen Blog bekomme! Und dass ich das Thema Dankbarkeit auch wunderbar für ein nächstes Video meiner „ mit Lust und Liebe“- Seite aufnehmen kann. Danke, Rita!

    1. Rita Scheurer

      Danke liebe Elke, es gibt so vieles, wofür wir Dankbar sein können. Und beim Thema „Lust und Liebe“ erst recht. Ich freue mich schon sehr auf dein neues Video https://youtu.be/i3XmT-Yz58o
      Mein nächster Blog Titel „Bitte“ wird auch gut passen. Es geht darum zu sagen, was wir brauchen.

  2. Lisa Müller

    Viel zu schnell jammern oder klagen wir über Dinge, die uns ärgern, die nicht mehr gehen. Ich bin trotz meiner Polyarthrose in den Händen und Fingern dankbar, dass ich am Klavier noch immer Fortschritte machen kann. Die Ziele habe ich etwas verändert, einfache Melodien und Akkorde statt komplexe Strukturen. Das klingt auch ganz gut. Und auch im Garten, wo jäten schon nach kurzer Zeit anstrengend und schmerzhaft wird, die weissen Schmetterlinge und die zahllosen Wildbienen, die die Lavendelblüten umschwirren bleiben und zeigen, wie viel Leben in meinem kleinen Garten möglich ist.
    Danke Rita!

    1. Rita Scheurer

      Danke Lisa, es sind die kleinen Dinge die doppelt zählen.

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