Stressfreies Networking

Wenige mögen Networking-Veranstaltungen wirklich. Kennt man niemanden, wähnt man sich an einer Verkaufsveranstaltung. Alle wollen sich und ihr Ding verkaufen, und niemand will etwas kaufen.
Manche kennen sich, besprechen Insiderthemen, bei denen man nicht mitreden kann. Der eigene  Elevator Pitch, also die Präsentation der eigenen Person, die maximal drei Stockwerke mit dem Lift dauern darf, klingt holprig und auswendiggelernt. Das Gegenüber hat – wenn überhaupt – nur kurz Interesse zuzuhören. Die Ungeduld ist spürbar, weil sie/er von den eigenen Heldentaten erzählen will. Dabei fangen die Sätze fast immer mit «als ich an der Uni war…» oder «als Dozentin an der Hochschule für …», «mein neuer Grosskunde…»…«in meiner neusten Publikation…» an.
Wer ein gutes Selbstbewusstsein hat, dem geht’s gut. Wer auch nur den leisesten Zweifel hat, weil er oder sie nicht an der Uni studiert oder doziert hat und noch keine Grosskunden an Land gezogen hat, fühlt sich nach so einem Event als klebten alle Verkaufsetiketten und ein schlechter Geruch des Versagens an ihr/ihm. Zuhause hat man das Bedürfnis, erst einmal zu duschen, um alles wieder abzuwaschen. Die gute Nachricht; es gibt sympathische Alternativen, denn wir sind alle bereits Teil eines grossen Netzwerkes.

Charmante Networking Alternativen, weil wir sind bereits Teil eines grossen Netzwerkes

Das Buch «Friend of a Friend» von David Burkus rettet uns vor erzwungenem Networking. Er zeigt mit Studien auf, dass ältere «eingeschlafene» Beziehungen viel nützlicher sind, als neue Kontakte.
Üblicherweise besprechen wir Probleme, neue Projekte und Ideen mit den Menschen, die uns am nächsten stehen. Freunde, Arbeitskolleginnen oder Verwandte. Daraus entstehen oft ähnliche Ideen, und es geht nicht immer das Neue oder Bahnbrechende daraus hervor, das wir uns erhoffen. Abhilfe schaffen können die von David Burkus als «weak ties» bezeichneten Beziehungen. Dies eingeschlafenen Beziehungen können ehemalige Arbeits- oder Studienkolleginnen sein, frühere Chefs oder andere Menschen, mit denen wir früher in regelmässigem Kontakt standen. Diese Kontakte zu pflegen und allenfalls nach Rat zu fragen, bringt uns weiter als an Networking Events neue Kontakte zu suchen und aufzubauen.

Eingeschlafene Beziehungen wecken und stressfrei Networken

Werden alte Beziehungen wieder gepflegt und dadurch auch Freunde von Freunden ins Boot geholt, kann man vielleicht entspannter an ausgewählten Networking Events teilnehmen um neue Kunden zu aquirieren.

Drei Hinweise, wie bestehende «eingeschlafene» Beziehungen nützlich sein können und wie Networking stressfrei und erfolgreich sein kann:  

  1. Wähle 4-5 Menschen aus, mit denen du früher Kontakt hattest und mit denen die Beziehung aus irgendeinem Grund eingeschlafen ist;
  2. Nimm Kontakt auf, ohne ein Ziel und schau wohin das Gespräch führt
    oder
  3. überlege wem du einen nützlichen Kontakt vermitteln kannst – oder welche Kontakte für dich nützlich sein können (Freund eines Freundes)
  4. Triffst du Fremde z.B. bei einem Apéro, empfiehlt Burkus sich nach den Hobbys und den Leidenschaften zu erkundigen, um erst einmal Gemeinsamkeiten zu finden.

Viel Freude beim stressfreien Networking

Quelle: Friend of a friend, David Burkus