Zu jung für eine Löffelliste?

Trauer und Leichtigkeit

Sie liegen im selben Spitalzimmer. Der weisse Klinikbesitzer und Milliardär Edward Cole und der schwarze Automechaniker Carter Chambers. Beide wissen, dass sie todkrank sind und nicht mehr lange leben. Edward beschliesst kurz zuvor, dass es in seinem Krankenhaus ausschliesslich Zweierzimmer gibt. Er will keine Ausnahmen,

Die beiden sprechen wenige miteinander. Als dem stillen Carter ein Notizzettel unter’s Bett fällt, liest ihn Edward auf. «Was ist das?», will er wissen. «Ich hatte einen Philosophieprofessor, als ich mein Studium begann – ich musste es später abbrechen, weil meine Frau schwanger wurde. Er liess uns im ersten Semester eine Löffelliste schreiben. Da kommen Wünsche drauf, die wir uns erfüllen wollen, bevor wir den Löffel abgeben. Doch jetzt ist es wohl zu spät für mich.» Die beiden freunden sich an. Sie schreiben die Löffelliste weiter und brechen auf, um alles zu erleben, was auf der Liste steht.

Los gehts

Sie fahren Autorennen, gehen auf Safari, springen mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug und sitzen auf Steinen vor den ägyptischen Pyramiden. «Die alten Ägypter hatten eine schöne Vorstellung vom Tod,» erklärt Carter. «Wenn ihre Seelen an die Himmelspforte kam, stellten die Götter ihnen zwei Fragen. Die Antworten entschieden darüber, ob sie eingelassen wurden oder nicht.» Edward wird ungeduldig: «Nun sag schon, wie waren die Fragen?»

«Die erste Frage war:

  • ist es dir gelungen Freude im Leben zu finden?

Die zweite Frage:

  • hat dein Leben anderen Freude gebracht?»

Beide erleben in der kurzen Zeit, am Ende ihres Lebens so viel Leichtigkeit. Sie hatten nichts mehr zu verlieren haben.

Den Löffel abgeben

Vielleicht zum Teil etwas unrealistisch, doch ist der Film absolut sehenswerter. Im Englischen ist «kick the Bucket» gleichbedeutend wie bei uns «Den Löffel abgeben», wenn wir sterben müssen.  

The Bucket list/Das Beste kommt zum Schluss. Jack Nicolson als Edward Cole und Morgan Freeman als Carter Chambers. Beide spielen ihre Rollen fantastisch. https://youtu.be/lDWa2nVPrQ0

Carter und Edward trauern, weil sie nicht mehr lange leben und erleben gleichzeitig viel Leichtigkeit.

Zu gesund für eine Löffelliste?

Als ich kürzlich erwähnte, dass ich dieses Jahr mehrere Dinge von meiner Löffelliste streichen kann, fragte mich eine Bekannte: «Bist du nicht zu jung für eine Löffelliste?»
Weshalb sollen wir warten, bis wir krank oder alt sind, um Wünsche und Träume aufzuschreiben und zu leben. Die Todesanzeigen in der Zeitung, sind die meistgelesene Rubrik. Hatten diese Menschen Zeit um ihre Träume zu leben? Verschieben wir nicht alles auf später: «Wenn ich pensioniert bin, dann kaufe ich ein Museumsabonnement oder gehe wandern etc.»

Und so geht’s

Nimm dir Zeit und setze dich an einen ruhigen Ort. Schreibe 100 – oder auch weniger Dinge auf, die du erleben willst. Alles ist erlaubt, ohne daran zu denken, ob es möglich ist oder nicht.

Was genau ist es, wovon du vielleicht schon lange träumst?

Träumen

Meine Löffelliste

Meine eigene Löffelliste (jedenfalls die ersten 12 Punkte), mache ich hier öffentlich, obwohl sie persönlich und ein bisschen verrückt ist.

Leichtigkeit erleben mit der Löffelliste

  1. Ein Konzert in der Elbphilharmonie in Hamburg
  2. Tandemfallschirmspringen
  3. Öfter Inlineskaten
  4. Eine Woche von Ort zu Ort wandern
  5. Etwas Grosses entwickeln, das vielen Menschen Leichtigkeit bringt
  6. Trauerreden halten
  7. Eine Netlix Serie schauen
  8. Eine Woche offline sein
  9. Meine PC Dateien und Bilder ordnen
  10. Mit dem Camper nach Norwegen fahren
  11. Mit Delphinen schwimmen
  12. Per E-Bike auf die Herzroute
  13. Und so weiter

Was kann ich diese Woche oder diesen Monat umsetzen?

Zurück zum Film. Edwards Punkt «Das schönste Girl auf der Welt küssen», konnte er kurz vor seinem Tod von der Liste streichen. Es war der Moment, als er sich mit seiner Tochter versöhnte und seine Enkelin küsste.

Wie sieht deine Löffelliste aus? Ich freue mich auf deinen Kommentar – oder deine Mail

Nichts zu verlieren, viel zu gewinnen

5 einfache Wege zu mehr Glück

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Stell dir vor, du bist frisch verliebt oder du packst ein Geschenk aus. Es ist haargenau das drin, was du dir gewünscht hast. Glückshormone im Gehirn wie Dopamin und Serotonin sprudeln.
Es braucht keine neue Liebe und keine Geschenke, um das alltägliche Glück herauszufordern. Hier findest du 5 Wege zu mehr Glück im Alltag. Alle sind wissenschaftlich geprüft und selbst getestet.

Glück im Gehirn

In den 1950-er Jahren entdeckte James Olds, Psychologe an der University of Michigan, das Lustzentrum im Gehirn. Mit Tests entdeckte er das Dopamin. Das sogenannte Glücks- oder Belohnungshormon Dopamin treibt die Neuronen im Vorderhirn an, eine opiumähnliche Substanz freizugeben. Diese macht euphorisch. Dopamin macht uns aufmerksamer auf das glücklich machende Ereignis. Wir lernen so, was uns gut tut. Das Glücksempfinden flaut jedoch wieder ab.

Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein, aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben.

Manfred Spitzer

5 Tips um für mehr Glück und Lebensfreude

Etwas für andere tun
Oft richtet sich die Aufmerksamkeit auf uns selbst. Wer jedoch immer wieder Sinnvolles für andere tut, lebt zufriedener. Klar ist, wer nur für andere schaut, brennt aus. Altruismus (selbstlose Denk- und Handlungsweise oder Uneigennützigkeit) ist das Gegenteil von Egoismus. Nach dem deutschen Sozialpsychologen H.W. Bierhoff
verhalten wir uns altruistisch wenn wir:
– für jemanden absichtlich etwas Gutes zu tun
– es freiwillig tun ohne Aussicht auf Belohnung

Durch spezielle Nervenzellen im Gehirn – sogenannten Spiegelneuronen werden wir mit dem Gefühl des anderen „angesteckt“. Wenn unser Gegenüber leidet, leiden wir mit. Wenn er oder sie sich freut, freuen wir uns mit.

Wie ich dies in mein Leben integriere
Wenn ich mit meinem Caritas Patenkind Schlittschuh fahre und er sich freut, dass er bereits nach kurzer Zeit schneller fahren kann als ich.

Spielen
Kinder spielen wenn immer es möglich ist. Sie messen sich beim Wettrennen, spielen Fussball oder stellen ihren Bauernhof mit allen Tieren auf und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Sie freuen sich, wenn sie gewinnen, ärgern sich wenn sie verlieren oder werden wütend. Laut Lernforscher Gerald Hüther, fokussieren wir unser Gehirn meist auf etwas Bestimmtes. Beim Spielen werden im Gehirn neue Areale vernetzt. Jeder Erfolg beim Spielen, setzt kleine Mengen Dopamin frei und wir wollen mehr davon. Mehr dazu: Gerald Hüther, Rettet das Spiel – der Fantasie Flügel wachsen lassen.

Wie ich den Glücksfaktor Spiel einsetze
Seit einiger Zeit bin ich auf den Geschmack gekommen. Puzzle spielen – Teil um Teil fügt sich zusammen. Mit jedem gefunden Teil ein innerer oder äusserer Jubel. In der fast meditativen Zeit beim Puzzleteile suchen, löst sich auch so mancher Knoten im Gehirn. Eine Lösung für ein lange gehegtes Problem wird plötzlich offensichtlich. Der Suchtfaktor ist jedoch nicht zu unterschätzen und bedingt ab und zu eine strikte Zeitlimite.

Puzzle – jedes gefundene Teil ein Glück


Erwartung kontrollieren
Wer kennt es nicht. Die Ferien stehen vor der Tür, die Vorfreude ist gross – endlich ist es soweit. Das Thema unter Kollegen und Freundinnen ist das Wetter. Wer für Dinge, die nicht beeinflussbar sind die Erwartungen bewusst kontrolliert, wird immer wieder positiv überrascht.
Unser Gehirn schüttet immer dann Glückshormone aus, wenn etwas besser oder schöner ist, als erwartet.

Wie ich meine Erwartungen kontrolliere
Wenn ich mir meine Ferien nur mit strahlend schönem, trockenem Wetter vorgestellt habe, bin ich sehr enttäuscht wenn es einmal regnet. Wenn ich keine grossen Wetter-Erwartungen habe, kann ich sogar einen Regentag geniessen. Bei Dingen die wir nicht beeinflussen können, ist es gut, wenn wir wenig erwarten.

Blauer Himmel


Neues lernen
Eine der Hauptaufgaben unseres Gehirns, neben der Steuerung lebenswichtiger Aufgaben, ist das Lernen. Das Gehirn ist also ein Lernorgan. Mit allem was wir neu lernen, verändert sich unser Gehirn. Die Synapsen werden neu „verdrahtet“. Neugierde und die Lust Neues zu lernen, ist wie Flüssigdünger fürs Gehirn, sagt Prof. Manfred Spitzer. Das Glückszentrum reagiert auf schöne, neue Reize. Das Glückshormon hat mehrere Funktionen und Effekte beim Lernen. Es hebt die Stimmung und das Lernen wird leichter. „Alles was Ihnen Freude macht, wollen Sie wiederholen. So kommen Sie in einen Kreislauf, der letztlich lebenslanges Lernen bedingt,“ sagt der Neurologe Dr. Volker Busch. Das Gehirn wird vom Lernen glücklich. Mehr dazu unter mdr.de/Hirnforschung.

Wie ich Neues als Inspiration zum Glück nutze
Mein aktuelles, grösseres Lernprojekt ist Videos drehen und schneiden. Stück für Stück lerne und übe ich, bis etwas Brauchbares entsteht. Siehe Video im letzten Blog „unmöglich„. Wenn etwas gelingt, freue ich mich wie ein Kind auf Weihnachten. Ich will danach weiterlernen und bin neugierig, wie das Resultat noch besser werden kann.

Schokolade
Macht Schokolade wirklich glücklich? Der Facharzt für Nuklearmedizin Swen Hesse hat mit sog. PET Bildern (Positronen-Emissions-Tomographie) nachgewiesen, dass Zucker im Gehirn in Form von kleinen bunten Explosionen abgebildet wird. „Je mehr Botenstoff Serotonin (auch ein sog. Glückshormon) im Körper vorhanden ist, desto besser ist unsere Stimmung. Die Vorstufe dieses Stoffes, das Tryptophan, ist in zahlreichen Lebensmitteln, etwa in Schokolade, Bananen, Fisch etc. enthalten“, erklärt Hesse. Dies stützt die Behauptung Schokolade mache glücklich. Mehr dazu unter http://www.medica.de/Wirkung von Schokolade im Gehirn

Wie ich Schokolade für Glück und Lebensfreude einsetze
Es kommt vor, dass ich nach einem Schultag oder nach Prüfungen zum Automaten gehe und mich mit einem Schokoriegel belohne. Den geniesse ich sehr bewusst. Natürlich ist dies nicht der einzige Moment im Leben, wo ich zu Schokolade greife. Für mich ist es jedoch gut, wenn der Riegel ein Ende hat – eine grosse Tafel macht nicht glücklicher. Jedenfalls nicht langfristig.

Was tust du für Glück und Lebensfreude?



Unmöglich?

Es ist viel mehr möglich, als du denkst.

Unmöglich, vergiss es, wurde ihr gesagt. Damals, als sie in der Rehabilitation war. Ihr Ziel: einmal wieder Autofahren.

Wie fest lassen wir uns bremsen von anderen? Oder sagen wir „jetzt erst recht“?

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

Hermann Hesse

Halbseitig gelähmt und wieder Autofahren – wie soll das gehen?

Unmöglich? Eine erstaunliche Geschichte.

Als ich Ruth Wieser im April 2019 interviewte, glaubte ich selber noch nicht ganz daran, dass es soweit kommt.

Es geht nicht nur darum Ziele zu setzten und nachzudenken, sondern ums

TUN

Was tust du, entgegen allen Ratschlägen von Freunden und Feinden?

Kollegiale Beratung neu entdeckt

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Wer kennt es nicht, das Gefühl, dass einem etwas auf dem Magen liegt. Eine möglichst schnelle und gute Lösung würde uns entlasten. Doch wen soll man fragen, ohne in Gefahr zu kommen, dass der einem noch viel Schlimmeres erzählt.

Es gibt sie, diese Freunde und Freundinnen, die einem  zuhören. Sie können auch einen Moment der Stille aushalten, damit man sich zum Beispiel überlegen kann: «Was habe ich getan, bevor XY so reagiert hat?» Freunde, die unsere empfindlichen Stellen kennen, können uns den Spiegel vorhalten. Plötzlich kann das Problem klarer gefasst werden.

So kann der Ablauf einer kollegialen Beratung aussehen:

Person A erzählt ihr Problem. Sie zeigt das Umfeld, mögliche Personenkonstellationen, eigene Gedanken und Emotionen dazu auf. Nach der ausführlichen Beschreibung stellt B Fragen.
A: Ich habe zu schnell geplant und es ist mir ein Fehler passiert. Es besteht die Gefahr, dass ich dadurch eine Kollegin vor den Kopf stosse, weil ich sie wieder ausplanen muss. Es ist mir peinlich und unangenehm, weil ich nicht an alles gedacht habe.

Person A formuliert ihr Anliegen in Form einer Frage:
Wie kann ich offen sein und den besten Weg wählen um einen Schaden zu vermeiden.

Methoden die sich anbieten sind z.B. Brainstorming, gemeinsam zeichnen oder die Rollen tauschen.
Person B mimt die betroffene Kollegin: «Das hätte dir früher einfallen können….

Person B überlegt, laut denkend mögliche Lösungen. Person A soll zuhören und offen sein für Neues. Kein Kommentar wie das geht nicht etc.
Ich würde auf XY zugehen und ihr dein Missgeschick schildern. Oder vielleicht noch besser du besprichst die Situation zuerst mit deiner Chefin…. Was auch möglich ist, du …

Person A wählt die für sie beste Variante. Nun wird die Umsetzung skizziert.
Morgen mache ich einen Termin ab mit XY, damit wir alles besprechen können. Als erstes werde ich mich entschuldigen für meine Planung…

 

Kollegiale Beratung ist eine Sechs-Schritt-Methode, die üblicherweise in Teams eingesetzt wird. Dazu werden die Teammitglieder aufgefordert, Fälle einzubringen und es wird ein Moderator gewählt. Dies ist Schritt eins, des Modells das von Tietze beschrieben ist. In meinem blog adaptiere ich die Methode für zwei Personen.

Tietze K. (2010). Kollegiale Beratung. Problemlösungen gemeinsam entwickeln. 4. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Lust auf Digitales

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Eine Leidenschaft ist das, was uns Energie gibt und «Digitales» hat das Zeug dazu.

Als Lehrperson und Kursleiterin ist es ein gutes Gefühl, wenn die Leidenschaft im Klassenzimmer spürbar ist.
Die Suche nach aktivierenden Möglichkeiten, die Lernen und Spielen kombinieren, ergaben ein paar nützliche, digitale tools. Sie lassen sich einfach einsetzen.

Ob sich meine Begeisterung auf die Kursteilnehmerinnen überträgt?

Hier zeige ich ein paar tools und Beispiele, wie damit gearbeitet werden kann. Weiterlesen „Lust auf Digitales“

Erfolgreich lernen und behalten 5 Tipps

Lernen kann anstrengend sein, aber es kann auch Spass machen. Damit die Voraussetzungen besser sind, dass die Anstrengung mit Spass verbunden ist, sind hier 5 Tipps beschrieben.

Vor dem Lernen das Vorwissen aktivieren
Vor einer Weiterbildung oder bevor man sich in Fachliteratur vertieft, überlegen, was man schon zum Thema weiss. Je mehr man über ein Thema weiss, desto mehr lernt man dazu, desto schneller kann das neue Wissen verknüpft werden. Ein Artikel zu einem völlig unbekannten Thema ist schwieriger zu lesen und zu verstehen, als wenn bereits Anknüpfpunkte bestehen.  
In der Bildung wird oft das Matthäus-Prinzip erwähnt; dabei ist der Bibelvers gemeint in Matthäus 13.12: «Wer hat dem wird gegeben….». Oder eben: Wer bereits Vorkenntnisse hat, lernt besser.  

Volle Konzentration
Ganz bei einer Sache sein hilft, Neues zu erfassen und zu behalten. Längst ist bekannt, dass  Multitasking nicht gut ist.

Im Lerntoolkit der Uni Bern steht unter anderen Tipps: «Ein ungeteilter Aufmerksamkeitsfokus ist die Voraussetzung für effizientes Lernen.»

Was bringt es mir?
Neugierde und Emotionen helfen, fast bei jedem Thema etwas Interessantes zu finden.
Wenn nicht, ist es schade um die Zeit.

Einem Freund/einer Freundin davon erzählen
Wann immer möglich, das Gelernte weitererzählen. Wenn keine interessierte Zuhörerin/Zuhörer zur Verfügung steht, dann kann man auch eine Skizze oder ein Mindmap machen, um wesentliches festzuhalten.

Gelerntes schnell umsetzen
Das Gehirn ist wie eine Badewanne. Mit dem Unterschied, dass es bei der Badewanne länger dauert, bis sie überläuft. Nach 5 Minuten Fachliteratur, überläuft das Arbeitsgedächtnis. Regelmässig Stichworte aufschreiben oder eine Denkpause einlegen, damit das Gelesene oder Gelernte im Gehirn hängen bleibt. Weiterlesen „Erfolgreich lernen und behalten 5 Tipps“

Mehrere «Oops», aber dafür kein «Was wäre gewesen, wenn»…

Gastblog von Liliane Kuert

Vom Bildschirm meines iPhones prangt mir täglich rund 100 Mal der Spruch «Better An Oops Than A What If» entgegen. Ich hatte das Motto als Hintergrundbild gewählt, als ich vor rund einem Jahr vor der Entscheidung stand, mein gut organisiertes, unkompliziertes und weitestgehend sorgenfreies Leben gegen ein weit aufregenderes, aber sehr viel anstrengenderes Leben ohne echte Perspektive einzutauschen. Das hiess; meinen Job bei einem der grössten Arbeitgeber der Schweiz behalten oder kündigen und für vier Monate als Personal Assistant mit einer Bluessängerin aus den USA in den USA und Europa zu touren.

Vermutlich erraten Sie schon, für welchen Weg ich mich entschieden habe. Richtig! Ich hatte mich für das Letztere entschieden, weil wir in der Regel eher bereuen, etwas nicht getan zu haben, als etwas getan zu haben, auch wenn es nicht so verläuft, wie wir uns das gewünscht, erhofft oder erträumt hatten. Und auch wenn ich nun – ein Jahr später – zur Erkenntnis gelangt bin, dass es wohl wirklich keine realistische Zukunftsperspektive gibt, so bereue ich doch nicht, den Weg gegangen zu sein. Denn all das, was ich im vergangenen Jahr erlebt und gelernt habe, möchte ich keinesfalls missen. Und wie Rita vor nicht allzu langer Zeit in ihrem Blogbeitrag über den Tod geschrieben hatte, habe ich mich kurz vor 40 wohl auch gefragt, was ich denn noch tun und lernen möchte in meinem Leben.

Aber was habe ich denn nun effektiv gelernt in den letzten 12 Monaten? Hier meine möglicherweise vier wichtigsten Erkenntnisse:

  • Neue Fähigkeiten entdeckt: Die wichtigste Erkenntnis ist mit Sicherheit die, dass ich mich beruflich verändern muss. Ich habe Fähigkeiten entdeckt, die ich bis anhin von mir nicht kannte, weil ich sie in den bisherigen Jobs nicht einsetzten konnte. Ich werde also mein persönliches Kompetenzprofil hinterfragen und ergänzen müssen. In einem solchen Prozess kann ein Coaching sinnvoll sein. Die/Der Coach führt einem durch den Prozess und stellt die richtigen Fragen. Das macht das Herausfinden zwar nicht einfacher, aber effizienter.

 

  • Werte bewusst gemacht: Im Umgang mit neuen Menschen und anderen Kulturen habe ich gemerkt, welche Werte und Verhaltensweisen mir persönlich sehr wichtig sind und wie anstrengend und irritierend es sein kann, einem ständigen Wertekonflikt ausgesetzt zu sein. Es hat das Unbekannte und Ungewohnte gebraucht, um mir bewusst zu machen, wie wichtig es ist, mich in einem Umfeld zu bewegen, das mit dem eigenen Wertesystem übereinstimmt. Ich schätze das regelmässige Heraustreten aus der Komfortzone, ja, ich suche es bewusst, weil ich mir damit auch meinen Horizont erweitere. Doch bin ich dankbar dafür, dass ich im Gewohnten wieder Kraft tanken kann und auch Schutz finde.

 

  • Ich bin stärker als angenommen: Es gibt keinen Zweifel, ohne meine Familie und Freunde hätte ich das letzte Jahr nicht so gut durchgestanden, und ich würde heute vermutlich nicht ganz so positiv darauf zurückblicken. Und doch habe ich realisiert, dass ich sehr viel mehr aushalte, als ich bisher angenommen hatte. Inwieweit diese Tatsache auf das Alter und die angehäufte Lebenserfahrung zurück zu führen ist, oder an den Problembewältigungsstrategien liegt, die ich mir über die Jahre angeeignet habe, kann ich nicht abzuschätzen. Die Erkenntnis hat aber definitiv das Vertrauen in mich gestärkt.

 

  • Fragen schmerzt nicht: Ich habe mir in den letzten Monaten das Zitat «You don’t get what you don’t ask for» von Sophia Amoruso aus ihrem Buch #GIRLBOSS zum Motto gemacht und festgestellt, dass Fragen nicht schmerzt. Im Gegenteil, ich habe gemerkt, dass viel Menschen sich geschmeichelt fühlen, wenn man sie darum bittet, ihre Expertise, ihre Kontakte oder ihren Einfluss zu nutzen, um jemandem zu helfen. Und natürlich musste ich gelegentlich ein «Nein» hinnehmen oder akzeptieren, dass auch nach mehrfachem Nachfragen keine Reaktion kommen würde. Aber viel öfters erhielt ich positive Antworten wie ein erfreutes «Ja», ein «Selbstverständlich kann ich das gerne tun» oder sogar ein «Danke, dass du mich darum bittest». Ich habe gelernt, ein «Nein» nicht persönlich zu nehmen und als generelle Absage zu verstehen. Stattdessen suche ich einfach einen anderen Weg, mein Ziel zu erreichen.

 

Waren Sie auch schon in ähnlichen Situationen? Und was haben Sie daraus gelernt?

Liliane Kuert

«Ich hatte die Bluessängerin, mit welcher ich in den letzte vier Monaten durch die USA und Europa getourt bin, vor vier Jahren in Portland, OR, kennengelernt. Es war ein kalter Februar-Morgen, und wir beide warteten auf den Zug, um zum Flughafen zufahren. So kamen wir ins Gespräch, und ich versprach ihr, ein Konzert in der Schweiz zu organisieren. Das habe ich leider bis heute nicht geschafft, aber es ist eine Freundschaft entstanden, die weit wichtiger ist, als dieses eine Konzert in der Schweiz.» Liliane Kuert lebt in Bern. Neben Musik und Reisen zählt Nähen zu ihren Leidenschaften. Aktuell arbeitet sie als selbständiger Mentor, Coach und Consultant.

 

Fünf Fragen zum Leben und zum Lernen

Beerdigungen habe etwas Abschliessendes. Die Trauer, über den Verlust meines Nachbarn, der noch vor fast zwei Jahren so quick lebendig und humorvoll war, ist gross. Er war ein feiner Mensch ist mit 71 Jahren viel zu früh gestorben. Meine Tränen gelten ihm und auch mir selbst. Ich sitze in der Kirche mit vielen anderen und lausche dem Orgelstück «Air» von Johann Sebastian Bach. Meine eigene Endlichkeit ist spürbar. Je älter ich werde, desto näher scheint das Ende zu kommen. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf.
Was zählt im Leben, was ist wichtig, was möchte ich weitergeben, was soll man einmal über mich sagen. Mir die Zeit zu nehmen, um den Gedanke zu folgen, das Leben so zu sagen vom Ende her denken. Das hilft mir im Hier und Jetzt zu leben und dankbar zu sein für ein erfülltes Leben.

Fünf Gedanken und Fragen zum Leben
Was will ich (noch) lernen oder tun?
Wovon träume ich schon lange und weil es verrückt scheint, tue ich es nicht?

Was möchte ich unbedingt weitergeben?
Welche Spuren will ich hinterlassen?

Welche Menschen sind wichtig für mich / wem bin ich wichtig?
Mit wem möchte ich mehr Zeit verbringen?

Wenn meine Zeit begrenzt ist, was ist das erste, das ich nicht mehr tue?
Was tue ich obwohl ich es eigentlich nicht mag?

Bei wem will ich mich bedanken oder wem will ich verzeihen?
Da fällt mir ein Freund ein, dem ich viel zu verdanken habe

Nimm dir Zeit für die wichtigen Fragen.
Mach es dir leichter und finde die Antworten mit einem Coach  –  sieh dir die Frühlingsspezialangebote an Angebot

Brings auf den Punkt – eine Art „Making-of“

Während der Vorbereitung von drei Lektionen zum Thema «Bring’s auf den Punkt» habe ich viel gelesen, viel gedacht und viel ausprobiert.
Bis etwa 25 war ich sehr schüchtern und introvertiert. Ich wuchs als viertes Kind in einer Familie auf, in der sich die Mutter schweigend zurückzog, wenn etwas nicht so war, wie es hätte sein sollen, der Vater keine Diskussionen mochte und die älteren Geschwister nicht warten wollten, bis ich meine Sätze endlich formuliert hatte.
Vater plädierte dafür, dass er seine Meinung habe, und die anderen sowieso die Meinung nicht ändern würden, auch nach langen Diskussionen nicht. Da hatte er recht. Zum Teil jedenfalls, und ich merkte bald, dass die Strategien meiner Eltern manchmal ganz gut sind, aber eben nur manchmal. Ich kann z.B. Gründe für politische Meinungen, die nicht meiner entsprechen nachvollziehen, würde aber nach einer Diskussion meinen Wahlzettel nicht anders ausfüllen.

Aber zurück zum Thema: Beim Vorbereiteten der Lektionen erhielt ich einen guten Rat: «Sei ein Vorbild und tue das, was du unterrichtest, selber». Ich hatte viel gelesen und legte meine über 50 Jahre Lebenserfahrung mit vielen positiven und einigen negativen Erfahrungen zum Thema «etwas auf den Punkt bringen» in die Waagschale.

Intensivierte Selbsterfahrung und schöne Geschichten
Ich hatte einen Plan. Hier und da war ich mit etwas nicht zufrieden, und das musste jetzt besprochen sein. Angefangen mit einer Kursgruppe, die sehr passiv war, dann mit einer Kollegin und mit meinem Vater. Ich fasste mein Anliegen kurz und bündig und dann hörte ich zu, was mein Gegenüber dazu meinte. Die Wirkung war frappant, vor allem dann, wenn ich nach meinem Statement, den Mund hielt und zuhörte und nachfragte.
….es fällt mir nicht leicht dir das jetzt zu sagen
Nicht selten braucht es einen kleinen Umweg um etwas, das einem unter den Nägeln brennt, zu sagen.
Neulich sass mein Patenjunge auf dem Rücksitz im Auto. Leise fragte er: «Du, kann ich etwas Blödes sagen?» Hm … will er einen schlimmen Witz erzählen, den er in der Schule oder bei den grösseren Jungen in der Nachbarschaft gehört hatte, oder etwas sehr Ernsthaftes, das ihm passiert ist? «Ja, was denn?» «Ich habe beim letzten Mal, als wir Eier holten beim Bauernhof nicht das ganze Geld in die Kasse geworfen, das ihr mir gegeben habt.» «Das ist nicht gut, die Bauernfrau kann die Hühner nicht mehr füttern, wenn sie kein Geld hat. Gut hast du es gesagt, so können wir das Geld noch geben,» sagte meine Partnerin.
Er war sichtlich erleichtert. Manchmal tut es gut, ES zu sagen.

Nicht verletzen wollen oder nicht verletzt werden wollen?
Menschen geben als Grund, weshalb sie etwas Unangenehmes oder Kritisches nicht sagen, oft an, dass sie jemanden nicht verletzen wollen. Hand aufs Herz; ist es nicht eher die Angst vor der Reaktion des Gegenübers oder der getrübten Stimmung/Harmonie, die uns vom Aussprechen dessen, was uns auf der Zunge liegt, abhält?
Die Kursteilnehmer übten in den drei Lektionen unter anderem ein 60 Sekunden Statement mit System – um etwas auf den Punkt zu bringen. Sie waren davon begeistert. Wichtig dabei ist, nach 60 Sekunden den Mund zu halten und mit allen Sinnen zuzuhören, was zurückkommt. Das gelingt mir als Lehrerin nicht immer gleich gut.
Bist du interessiert am 60 Sekunden Statement? Hier kannst du es anfordern – Betreff 60 Sekunden Statement.

In meinem Coaching und im Unterreicht, geht es oft um die Frage: wie kann etwas Schwieriges leichter gesagt werden.
In einem Coaching finden wir die Hindernisse, weshalb etwas nicht gesagt wird. Die besten Worte finden um die erwünschten Resultate zu erzielen? Hier findest du mein Angebot.