Kollegiale Beratung neu entdeckt

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Wer kennt es nicht, das Gefühl, dass einem etwas auf dem Magen liegt. Eine möglichst schnelle und gute Lösung würde uns entlasten. Doch wen soll man fragen, ohne in Gefahr zu kommen, dass der einem noch viel Schlimmeres erzählt.

Es gibt sie, diese Freunde und Freundinnen, die einem  zuhören. Sie können auch einen Moment der Stille aushalten, damit man sich zum Beispiel überlegen kann: «Was habe ich getan, bevor XY so reagiert hat?» Freunde, die unsere empfindlichen Stellen kennen, können uns den Spiegel vorhalten. Plötzlich kann das Problem klarer gefasst werden.

So kann der Ablauf einer kollegialen Beratung aussehen:

Person A erzählt ihr Problem. Sie zeigt das Umfeld, mögliche Personenkonstellationen, eigene Gedanken und Emotionen dazu auf. Nach der ausführlichen Beschreibung stellt B Fragen.
A: Ich habe zu schnell geplant und es ist mir ein Fehler passiert. Es besteht die Gefahr, dass ich dadurch eine Kollegin vor den Kopf stosse, weil ich sie wieder ausplanen muss. Es ist mir peinlich und unangenehm, weil ich nicht an alles gedacht habe.

Person A formuliert ihr Anliegen in Form einer Frage:
Wie kann ich offen sein und den besten Weg wählen um einen Schaden zu vermeiden.

Methoden die sich anbieten sind z.B. Brainstorming, gemeinsam zeichnen oder die Rollen tauschen.
Person B mimt die betroffene Kollegin: «Das hätte dir früher einfallen können….

Person B überlegt, laut denkend mögliche Lösungen. Person A soll zuhören und offen sein für Neues. Kein Kommentar wie das geht nicht etc.
Ich würde auf XY zugehen und ihr dein Missgeschick schildern. Oder vielleicht noch besser du besprichst die Situation zuerst mit deiner Chefin…. Was auch möglich ist, du …

Person A wählt die für sie beste Variante. Nun wird die Umsetzung skizziert.
Morgen mache ich einen Termin ab mit XY, damit wir alles besprechen können. Als erstes werde ich mich entschuldigen für meine Planung…

 

Kollegiale Beratung ist eine Sechs-Schritt-Methode, die üblicherweise in Teams eingesetzt. Dazu werden die Teammitglieder aufgefordert, Fälle einzubringen und es wird ein Moderator gewählt. Dies ist Schritt eins, des Modells das von Tietze beschrieben ist. In meinem blog adaptiere ich die Methode für zwei Personen.

Tietze K. (2010a). Kollegiale Beratung. Problemlösungen gemeinsam entwickeln. 4. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Lust auf Digitales

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Eine Leidenschaft ist das, was uns Energie gibt und «Digitales» hat das Zeug dazu.

Als Lehrperson und Kursleiterin ist es ein gutes Gefühl, wenn die Leidenschaft im Klassenzimmer spürbar ist.
Die Suche nach aktivierenden Möglichkeiten, die Lernen und Spielen kombinieren, ergaben ein paar nützliche, digitale tools. Sie lassen sich einfach einsetzen.

Ob sich meine Begeisterung auf die Kursteilnehmerinnen überträgt?

Hier zeige ich ein paar tools und Beispiele, wie damit gearbeitet werden kann. Weiterlesen „Lust auf Digitales“

Wissen zum Mitnehmen

Wie mein erster E-Learning Snack entsteht
Grosse Ziele am Anfang
Als Vorbereitung zu einem 7-tägigen Kurs, erstelle ich ein E-Learning «Snack». Jawohl, richtig gelesen, «Snack» heisst eine E-Learning Einheit in der IT Sprache. Die Lernenden sollen begeistert sein und sich den Inhalt spielerisch einprägen. Mein «Snack» soll motivierend, lustig und lehrreich sein.
Verschiedene Kommunikationsmodelle sollen auf dem E-Weg gelernt werden. Modelle zu verbaler und nonverbaler Kommunikation, zum Zuhören und so weiter und so fort. Alles ist besonders wichtig. Das stelle ich mir vor, soll man e-lernen können mit dem Snack. Es soll nachhaltig sein aber nicht Bauchweh machen. Sich nach dem Verdauen selbstverständlich in wunderbar ausgeprägte Kommunikationsmuskeln verwandeln.
Aber geht das wirklich? Zweifel sind erlaubt: Wie soll das gehen? Wir lernen Kommunikation alleine vor dem PC per E-Snack? Das ist doch ein Widerspruch in sich. Das werden wir sehen. Weiterlesen „Wissen zum Mitnehmen“

Eine Klasse wie ein bunter Herbstwald

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Meine Klasse ist wie ein bunter Herbstwald, und ich bin die „Waldmeisterin“.
Die grüne, mächtige Buche präsentiert sich als grosser, gutaussehender Kursteilnehmer, der in der Mitte sitzt, meist umgeben von zwei Frauen. Er ist aufmerksam, flüstert nie mit seinen Nachbarinnen. Er schaut mir gerade ins Gesicht, und ich registriere, wenn er ab und zu seine Stirn in Falten legt. „Bist du nicht einverstanden, mit dem Auftrag, den ich eben gegeben habe?“ Voll erwischt: „Doch doch, was hast du gerade gesagt, ich habe etwas ganz anderes gedacht.“ Meine Augenbrauen heben sich waldmeisterlich: „Was denn?“ „Uh, das kann ich hier nicht sagen.“ „Auftrag, was für einen Auftrag, das habe ich nicht mitbekommen.“ Weiterlesen „Eine Klasse wie ein bunter Herbstwald“

Perspektivenwechsel

Der Hundetrainer macht es so
Das Ganze einmal andersrum. Im Alltag bin ich die Lehrerin und hoffe, meine „SchülerInnen“ lernen etwas Sinnvolles bei mir. Heute bin ich die „Schülerin“ mit dem Ziel, dass mein Hund Tapas besser abrufbar wird. So sieht es mit dem zurückrufen normalerweise aus. „Tapas – hier!“, rufe ich im Wald, oft bereits mit einem Stück Wurst in der Hand. Tapas schaut mich an und kommt sofort, meistens, etwa fünf von zehn Mal. Anders ist es, wenn Tapas beschäftigt ist mit einer spannenden Spur oder wenn sie schnüffelt, was sie liebend gerne tut. In diesem Fall tönt es dann so: „Tapas, hier“, nichts geschieht. Etwas lauter: „Tapaaas hier!!!!“, keine Reaktion. Nun will ich vom Hundetrainer Remo Rufer wissen, wie ich meine Erfolgsquote steigern kann. Sagen wir um 30% das heisst acht von zehn Mal.
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Die erste Übung, erklärt mir Remo, hat mit der klassischen Konditionierung zu tun. Auf einen Reiz folgt eine Reaktion. Mit einem sogenannten Marker, einem wohlklingenden Wort, kann ich Tapas darauf einstimmen. Ich wähle „Yip“, als Marker, das tönt sanft. Weiterlesen „Perspektivenwechsel“

6 Fragen an Geri Thomann zu Feedback und Rückmeldungen

Geri Thomann
Geri Thomann

Sowohl in der Bildung als auch in der Führung werden oft Rückmeldungen gegeben und auch empfangen. Was macht es einfacher Rückmeldungen zu geben und anzunehmen? Gibt es Rezepte für heikle Rückmeldungen? Auf diese Fragen gibt Geri Thomann Antwort.

Die Feedbackregeln sagen, dass es erwünscht, nicht wertend, rechtzeitig, brauchbar etc. sein soll. In der Bildung wird diskutiert ob man in Zusammenhang mit Beurteilung von Feedback sprechen kann?
Geri Thomann:
Ich persönlich spreche in Bezug auf Beurteilungen eher von Rückmeldungen oder beurteilenden Rückmeldungen. Da ist der Begriff Feedback nicht ganz korrekt. Weiterlesen „6 Fragen an Geri Thomann zu Feedback und Rückmeldungen“

5 Rezepte für erfolgreichen Unterricht

„Ich unterrichte kreatives Schreiben und mein grösstes Geheimnis ist die Kreativität meiner Studenten zu befreien. Ich unterstütze sie, zu Schreiben ohne nachzudenken vor und während dem Schreibprozess. Mein „Sentence Game“ ist sehr effektiv. Das geht so: Ich gebe dir den ersten Satz und zehn Minuten Zeit. Dann schreibst du als Fortsetzung dieses Satzes, was dir gerade einfällt. Es ist ein wunderbar, effektiver Weg Gedanken zu umgehen, nicht gut oder nicht gut genug schreiben zu können. Wenn die Studenten nicht auf diese Gedanken hören, merken sie plötzlich, dass sie es wirklich gut können“. Menna van Praag lebt in Cambridge und ist Autorin mehrere Bücher und Journalistin. Das bekannteste, in 26 Sprachen übersetzte Buch ist Men, Money and Chocolate (2009) www.mennavanpraag.com

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