4 Fragen zum Advent

  1. Was macht mich glücklich
    Ein Spaziergang mit Hund Tapas im Wald
  2. Was habe ich Gutes geleistet in diesem Jahr
    Ich habe das erste Mal Quittengelée gemacht und er ist sooo fei
  3. Was habe ich aufgeschoben und packe es jetzt an
    In meinem Büro zu Hause hat es viel Papier, das sortiert und entsorgt werden will
  4. Wem sage ich danke, weil er oder sie zu meinemGlück beigetragen hat
    Da gibt es viele Namen – zwei nenne ich hier Doris und Christof – meine beidenJoggingfreunde, die begleiten mich bei gutem und schlechtem Wetter

Ziel erreicht und die Glückshormone überfluten mich

20.9 Kilometer gelaufen und viel geschwitzt. Die Zurufe kurz vor dem Zieleinlauf waren bewegend. Ich konnte die Freudentränen kaum zurückhalten. Mit einem Lachen und strahlenden Augen lief ich die letzten 200 Meter. Während dem Zieleinlauf spürte ich die oft beschriebenen Glückshormone. Dopamin, Serotonin, Oxytonin und viele anderen Stoffe fluten den Körper. Es ist geschafft, bei schönstem Wetter mit Aussicht auf den Hallwilersee und mit Tausenden anderen Läuferinnen und Läufern, die dasselbe Ziel hatten. Ein Umstand der nicht nur die Beine in Bewegung hielt, sondern auch die Gedanken. Und darunter ist einer, der mich plötzlich so erfasst, dass er mich nicht mehr loslässt: Im nächsten Jahr könnte ich sogar der New York Marathon schaffen.

Schon im Sommer setzte ich mir das Ziel, an diesem Samstag den Hallwilerseelauf zu absolvieren und ich habe daraufhin trainiert. Der Trainingsplan sollte nicht rigide sein und auch nicht so, dass die Lust am Training verloren geht. Regelmässige kürzere und längere Trainings, durch Strassen und Wälder alleine oder mit Freunden. Das Rumpf- und Muskeltraining brauchte etwas mehr Überwindung, doch ich führte es regelmässig durch.
Jeder gelaufene Kilometer hat sich gelohnt. Mein Kopf wurde dabei freier und während dem Laufen wurde manche Lösung für ein Problem plötzlich offensichtlich.

Vier Hinweise die mir geholfen haben, in Zusammenhang mit meinem Ziel:
1. Ein realistisches, herausforderndes und messbares Ziel setzen
2. Was ist zu tun, um das Ziel zu erreichen: Handlungsplan entwerfen
3. Den Weg zum Ziel voll auskosten, auch wenn’s anstrengend ist. Die Gedanken sind beim Training, nicht beim Ziel
4. Ziel erreicht, feiern und sich feiern lassen (nichts auf die Umstände abwälzen)

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Mehrere «Oops», aber dafür kein «Was wäre gewesen, wenn»…

Gastblog von Liliane Kuert

Vom Bildschirm meines iPhones prangt mir täglich rund 100 Mal der Spruch «Better An Oops Than A What If» entgegen. Ich hatte das Motto als Hintergrundbild gewählt, als ich vor rund einem Jahr vor der Entscheidung stand, mein gut organisiertes, unkompliziertes und weitestgehend sorgenfreies Leben gegen ein weit aufregenderes, aber sehr viel anstrengenderes Leben ohne echte Perspektive einzutauschen. Das hiess; meinen Job bei einem der grössten Arbeitgeber der Schweiz behalten oder kündigen und für vier Monate als Personal Assistant mit einer Bluessängerin aus den USA in den USA und Europa zu touren.

Vermutlich erraten Sie schon, für welchen Weg ich mich entschieden habe. Richtig! Ich hatte mich für das Letztere entschieden, weil wir in der Regel eher bereuen, etwas nicht getan zu haben, als etwas getan zu haben, auch wenn es nicht so verläuft, wie wir uns das gewünscht, erhofft oder erträumt hatten. Und auch wenn ich nun – ein Jahr später – zur Erkenntnis gelangt bin, dass es wohl wirklich keine realistische Zukunftsperspektive gibt, so bereue ich doch nicht, den Weg gegangen zu sein. Denn all das, was ich im vergangenen Jahr erlebt und gelernt habe, möchte ich keinesfalls missen. Und wie Rita vor nicht allzu langer Zeit in ihrem Blogbeitrag über den Tod geschrieben hatte, habe ich mich kurz vor 40 wohl auch gefragt, was ich denn noch tun und lernen möchte in meinem Leben.

Aber was habe ich denn nun effektiv gelernt in den letzten 12 Monaten? Hier meine möglicherweise vier wichtigsten Erkenntnisse:

  • Neue Fähigkeiten entdeckt: Die wichtigste Erkenntnis ist mit Sicherheit die, dass ich mich beruflich verändern muss. Ich habe Fähigkeiten entdeckt, die ich bis anhin von mir nicht kannte, weil ich sie in den bisherigen Jobs nicht einsetzten konnte. Ich werde also mein persönliches Kompetenzprofil hinterfragen und ergänzen müssen. In einem solchen Prozess kann ein Coaching sinnvoll sein. Die/Der Coach führt einem durch den Prozess und stellt die richtigen Fragen. Das macht das Herausfinden zwar nicht einfacher, aber effizienter.

 

  • Werte bewusst gemacht: Im Umgang mit neuen Menschen und anderen Kulturen habe ich gemerkt, welche Werte und Verhaltensweisen mir persönlich sehr wichtig sind und wie anstrengend und irritierend es sein kann, einem ständigen Wertekonflikt ausgesetzt zu sein. Es hat das Unbekannte und Ungewohnte gebraucht, um mir bewusst zu machen, wie wichtig es ist, mich in einem Umfeld zu bewegen, das mit dem eigenen Wertesystem übereinstimmt. Ich schätze das regelmässige Heraustreten aus der Komfortzone, ja, ich suche es bewusst, weil ich mir damit auch meinen Horizont erweitere. Doch bin ich dankbar dafür, dass ich im Gewohnten wieder Kraft tanken kann und auch Schutz finde.

 

  • Ich bin stärker als angenommen: Es gibt keinen Zweifel, ohne meine Familie und Freunde hätte ich das letzte Jahr nicht so gut durchgestanden, und ich würde heute vermutlich nicht ganz so positiv darauf zurückblicken. Und doch habe ich realisiert, dass ich sehr viel mehr aushalte, als ich bisher angenommen hatte. Inwieweit diese Tatsache auf das Alter und die angehäufte Lebenserfahrung zurück zu führen ist, oder an den Problembewältigungsstrategien liegt, die ich mir über die Jahre angeeignet habe, kann ich nicht abzuschätzen. Die Erkenntnis hat aber definitiv das Vertrauen in mich gestärkt.

 

  • Fragen schmerzt nicht: Ich habe mir in den letzten Monaten das Zitat «You don’t get what you don’t ask for» von Sophia Amoruso aus ihrem Buch #GIRLBOSS zum Motto gemacht und festgestellt, dass Fragen nicht schmerzt. Im Gegenteil, ich habe gemerkt, dass viel Menschen sich geschmeichelt fühlen, wenn man sie darum bittet, ihre Expertise, ihre Kontakte oder ihren Einfluss zu nutzen, um jemandem zu helfen. Und natürlich musste ich gelegentlich ein «Nein» hinnehmen oder akzeptieren, dass auch nach mehrfachem Nachfragen keine Reaktion kommen würde. Aber viel öfters erhielt ich positive Antworten wie ein erfreutes «Ja», ein «Selbstverständlich kann ich das gerne tun» oder sogar ein «Danke, dass du mich darum bittest». Ich habe gelernt, ein «Nein» nicht persönlich zu nehmen und als generelle Absage zu verstehen. Stattdessen suche ich einfach einen anderen Weg, mein Ziel zu erreichen.

 

Waren Sie auch schon in ähnlichen Situationen? Und was haben Sie daraus gelernt?

Liliane Kuert

«Ich hatte die Bluessängerin, mit welcher ich in den letzte vier Monaten durch die USA und Europa getourt bin, vor vier Jahren in Portland, OR, kennengelernt. Es war ein kalter Februar-Morgen, und wir beide warteten auf den Zug, um zum Flughafen zufahren. So kamen wir ins Gespräch, und ich versprach ihr, ein Konzert in der Schweiz zu organisieren. Das habe ich leider bis heute nicht geschafft, aber es ist eine Freundschaft entstanden, die weit wichtiger ist, als dieses eine Konzert in der Schweiz.» Liliane Kuert lebt in Bern. Neben Musik und Reisen zählt Nähen zu ihren Leidenschaften. Aktuell arbeitet sie als selbständiger Mentor, Coach und Consultant.

 

Fünf Fragen zum Leben und zum Lernen

Beerdigungen habe etwas Abschliessendes. Die Trauer, über den Verlust meines Nachbarn, der noch vor fast zwei Jahren so quick lebendig und humorvoll war, ist gross. Er war ein feiner Mensch ist mit 71 Jahren viel zu früh gestorben. Meine Tränen gelten ihm und auch mir selbst. Ich sitze in der Kirche mit vielen anderen und lausche dem Orgelstück «Air» von Johann Sebastian Bach. Meine eigene Endlichkeit ist spürbar. Je älter ich werde, desto näher scheint das Ende zu kommen. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf.
Was zählt im Leben, was ist wichtig, was möchte ich weitergeben, was soll man einmal über mich sagen. Mir die Zeit zu nehmen, um den Gedanke zu folgen, das Leben so zu sagen vom Ende her denken. Das hilft mir im Hier und Jetzt zu leben und dankbar zu sein für ein erfülltes Leben.

Fünf Gedanken und Fragen zum Leben
Was will ich (noch) lernen oder tun?
Wovon träume ich schon lange und weil es verrückt scheint, tue ich es nicht?

Was möchte ich unbedingt weitergeben?
Welche Spuren will ich hinterlassen?

Welche Menschen sind wichtig für mich / wem bin ich wichtig?
Mit wem möchte ich mehr Zeit verbringen?

Wenn meine Zeit begrenzt ist, was ist das erste, das ich nicht mehr tue?
Was tue ich obwohl ich es eigentlich nicht mag?

Bei wem will ich mich bedanken oder wem will ich verzeihen?
Da fällt mir ein Freund ein, dem ich viel zu verdanken habe

Nimm dir Zeit für die wichtigen Fragen.
Mach es dir leichter und finde die Antworten mit einem Coach  –  sieh dir die Frühlingsspezialangebote an Angebot