Zu jung für eine Löffelliste?

Trauer und Leichtigkeit

Sie liegen im selben Spitalzimmer. Der weisse Klinikbesitzer und Milliardär Edward Cole und der schwarze Automechaniker Carter Chambers. Beide wissen, dass sie todkrank sind und nicht mehr lange leben. Edward beschliesst kurz zuvor, dass es in seinem Krankenhaus ausschliesslich Zweierzimmer gibt. Er will keine Ausnahmen,

Die beiden sprechen wenige miteinander. Als dem stillen Carter ein Notizzettel unter’s Bett fällt, liest ihn Edward auf. «Was ist das?», will er wissen. «Ich hatte einen Philosophieprofessor, als ich mein Studium begann – ich musste es später abbrechen, weil meine Frau schwanger wurde. Er liess uns im ersten Semester eine Löffelliste schreiben. Da kommen Wünsche drauf, die wir uns erfüllen wollen, bevor wir den Löffel abgeben. Doch jetzt ist es wohl zu spät für mich.» Die beiden freunden sich an. Sie schreiben die Löffelliste weiter und brechen auf, um alles zu erleben, was auf der Liste steht.

Los gehts

Sie fahren Autorennen, gehen auf Safari, springen mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug und sitzen auf Steinen vor den ägyptischen Pyramiden. «Die alten Ägypter hatten eine schöne Vorstellung vom Tod,» erklärt Carter. «Wenn ihre Seelen an die Himmelspforte kam, stellten die Götter ihnen zwei Fragen. Die Antworten entschieden darüber, ob sie eingelassen wurden oder nicht.» Edward wird ungeduldig: «Nun sag schon, wie waren die Fragen?»

«Die erste Frage war:

  • ist es dir gelungen Freude im Leben zu finden?

Die zweite Frage:

  • hat dein Leben anderen Freude gebracht?»

Beide erleben in der kurzen Zeit, am Ende ihres Lebens so viel Leichtigkeit. Sie hatten nichts mehr zu verlieren haben.

Den Löffel abgeben

Vielleicht zum Teil etwas unrealistisch, doch ist der Film absolut sehenswerter. Im Englischen ist «kick the Bucket» gleichbedeutend wie bei uns «Den Löffel abgeben», wenn wir sterben müssen.  

The Bucket list/Das Beste kommt zum Schluss. Jack Nicolson als Edward Cole und Morgan Freeman als Carter Chambers. Beide spielen ihre Rollen fantastisch. https://youtu.be/lDWa2nVPrQ0

Carter und Edward trauern, weil sie nicht mehr lange leben und erleben gleichzeitig viel Leichtigkeit.

Zu gesund für eine Löffelliste?

Als ich kürzlich erwähnte, dass ich dieses Jahr mehrere Dinge von meiner Löffelliste streichen kann, fragte mich eine Bekannte: «Bist du nicht zu jung für eine Löffelliste?»
Weshalb sollen wir warten, bis wir krank oder alt sind, um Wünsche und Träume aufzuschreiben und zu leben. Die Todesanzeigen in der Zeitung, sind die meistgelesene Rubrik. Hatten diese Menschen Zeit um ihre Träume zu leben? Verschieben wir nicht alles auf später: «Wenn ich pensioniert bin, dann kaufe ich ein Museumsabonnement oder gehe wandern etc.»

Und so geht’s

Nimm dir Zeit und setze dich an einen ruhigen Ort. Schreibe 100 – oder auch weniger Dinge auf, die du erleben willst. Alles ist erlaubt, ohne daran zu denken, ob es möglich ist oder nicht.

Was genau ist es, wovon du vielleicht schon lange träumst?

Träumen

Meine Löffelliste

Meine eigene Löffelliste (jedenfalls die ersten 12 Punkte), mache ich hier öffentlich, obwohl sie persönlich und ein bisschen verrückt ist.

Leichtigkeit erleben mit der Löffelliste

  1. Ein Konzert in der Elbphilharmonie in Hamburg
  2. Tandemfallschirmspringen
  3. Öfter Inlineskaten
  4. Eine Woche von Ort zu Ort wandern
  5. Etwas Grosses entwickeln, das vielen Menschen Leichtigkeit bringt
  6. Trauerreden halten
  7. Eine Netlix Serie schauen
  8. Eine Woche offline sein
  9. Meine PC Dateien und Bilder ordnen
  10. Mit dem Camper nach Norwegen fahren
  11. Mit Delphinen schwimmen
  12. Per E-Bike auf die Herzroute
  13. Und so weiter

Was kann ich diese Woche oder diesen Monat umsetzen?

Zurück zum Film. Edwards Punkt «Das schönste Girl auf der Welt küssen», konnte er kurz vor seinem Tod von der Liste streichen. Es war der Moment, als er sich mit seiner Tochter versöhnte und seine Enkelin küsste.

Wie sieht deine Löffelliste aus? Ich freue mich auf deinen Kommentar – oder deine Mail

Nichts zu verlieren, viel zu gewinnen

5 einfache Wege zu mehr Glück

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Stell dir vor, du bist frisch verliebt oder du packst ein Geschenk aus. Es ist haargenau das drin, was du dir gewünscht hast. Glückshormone im Gehirn wie Dopamin und Serotonin sprudeln.
Es braucht keine neue Liebe und keine Geschenke, um das alltägliche Glück herauszufordern. Hier findest du 5 Wege zu mehr Glück im Alltag. Alle sind wissenschaftlich geprüft und selbst getestet.

Glück im Gehirn

In den 1950-er Jahren entdeckte James Olds, Psychologe an der University of Michigan, das Lustzentrum im Gehirn. Mit Tests entdeckte er das Dopamin. Das sogenannte Glücks- oder Belohnungshormon Dopamin treibt die Neuronen im Vorderhirn an, eine opiumähnliche Substanz freizugeben. Diese macht euphorisch. Dopamin macht uns aufmerksamer auf das glücklich machende Ereignis. Wir lernen so, was uns gut tut. Das Glücksempfinden flaut jedoch wieder ab.

Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein, aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben.

Manfred Spitzer

5 Tips um für mehr Glück und Lebensfreude

Etwas für andere tun
Oft richtet sich die Aufmerksamkeit auf uns selbst. Wer jedoch immer wieder Sinnvolles für andere tut, lebt zufriedener. Klar ist, wer nur für andere schaut, brennt aus. Altruismus (selbstlose Denk- und Handlungsweise oder Uneigennützigkeit) ist das Gegenteil von Egoismus. Nach dem deutschen Sozialpsychologen H.W. Bierhoff
verhalten wir uns altruistisch wenn wir:
– für jemanden absichtlich etwas Gutes zu tun
– es freiwillig tun ohne Aussicht auf Belohnung

Durch spezielle Nervenzellen im Gehirn – sogenannten Spiegelneuronen werden wir mit dem Gefühl des anderen „angesteckt“. Wenn unser Gegenüber leidet, leiden wir mit. Wenn er oder sie sich freut, freuen wir uns mit.

Wie ich dies in mein Leben integriere
Wenn ich mit meinem Caritas Patenkind Schlittschuh fahre und er sich freut, dass er bereits nach kurzer Zeit schneller fahren kann als ich.

Spielen
Kinder spielen wenn immer es möglich ist. Sie messen sich beim Wettrennen, spielen Fussball oder stellen ihren Bauernhof mit allen Tieren auf und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Sie freuen sich, wenn sie gewinnen, ärgern sich wenn sie verlieren oder werden wütend. Laut Lernforscher Gerald Hüther, fokussieren wir unser Gehirn meist auf etwas Bestimmtes. Beim Spielen werden im Gehirn neue Areale vernetzt. Jeder Erfolg beim Spielen, setzt kleine Mengen Dopamin frei und wir wollen mehr davon. Mehr dazu: Gerald Hüther, Rettet das Spiel – der Fantasie Flügel wachsen lassen.

Wie ich den Glücksfaktor Spiel einsetze
Seit einiger Zeit bin ich auf den Geschmack gekommen. Puzzle spielen – Teil um Teil fügt sich zusammen. Mit jedem gefunden Teil ein innerer oder äusserer Jubel. In der fast meditativen Zeit beim Puzzleteile suchen, löst sich auch so mancher Knoten im Gehirn. Eine Lösung für ein lange gehegtes Problem wird plötzlich offensichtlich. Der Suchtfaktor ist jedoch nicht zu unterschätzen und bedingt ab und zu eine strikte Zeitlimite.

Puzzle – jedes gefundene Teil ein Glück


Erwartung kontrollieren
Wer kennt es nicht. Die Ferien stehen vor der Tür, die Vorfreude ist gross – endlich ist es soweit. Das Thema unter Kollegen und Freundinnen ist das Wetter. Wer für Dinge, die nicht beeinflussbar sind die Erwartungen bewusst kontrolliert, wird immer wieder positiv überrascht.
Unser Gehirn schüttet immer dann Glückshormone aus, wenn etwas besser oder schöner ist, als erwartet.

Wie ich meine Erwartungen kontrolliere
Wenn ich mir meine Ferien nur mit strahlend schönem, trockenem Wetter vorgestellt habe, bin ich sehr enttäuscht wenn es einmal regnet. Wenn ich keine grossen Wetter-Erwartungen habe, kann ich sogar einen Regentag geniessen. Bei Dingen die wir nicht beeinflussen können, ist es gut, wenn wir wenig erwarten.

Blauer Himmel


Neues lernen
Eine der Hauptaufgaben unseres Gehirns, neben der Steuerung lebenswichtiger Aufgaben, ist das Lernen. Das Gehirn ist also ein Lernorgan. Mit allem was wir neu lernen, verändert sich unser Gehirn. Die Synapsen werden neu „verdrahtet“. Neugierde und die Lust Neues zu lernen, ist wie Flüssigdünger fürs Gehirn, sagt Prof. Manfred Spitzer. Das Glückszentrum reagiert auf schöne, neue Reize. Das Glückshormon hat mehrere Funktionen und Effekte beim Lernen. Es hebt die Stimmung und das Lernen wird leichter. „Alles was Ihnen Freude macht, wollen Sie wiederholen. So kommen Sie in einen Kreislauf, der letztlich lebenslanges Lernen bedingt,“ sagt der Neurologe Dr. Volker Busch. Das Gehirn wird vom Lernen glücklich. Mehr dazu unter mdr.de/Hirnforschung.

Wie ich Neues als Inspiration zum Glück nutze
Mein aktuelles, grösseres Lernprojekt ist Videos drehen und schneiden. Stück für Stück lerne und übe ich, bis etwas Brauchbares entsteht. Siehe Video im letzten Blog „unmöglich„. Wenn etwas gelingt, freue ich mich wie ein Kind auf Weihnachten. Ich will danach weiterlernen und bin neugierig, wie das Resultat noch besser werden kann.

Schokolade
Macht Schokolade wirklich glücklich? Der Facharzt für Nuklearmedizin Swen Hesse hat mit sog. PET Bildern (Positronen-Emissions-Tomographie) nachgewiesen, dass Zucker im Gehirn in Form von kleinen bunten Explosionen abgebildet wird. „Je mehr Botenstoff Serotonin (auch ein sog. Glückshormon) im Körper vorhanden ist, desto besser ist unsere Stimmung. Die Vorstufe dieses Stoffes, das Tryptophan, ist in zahlreichen Lebensmitteln, etwa in Schokolade, Bananen, Fisch etc. enthalten“, erklärt Hesse. Dies stützt die Behauptung Schokolade mache glücklich. Mehr dazu unter http://www.medica.de/Wirkung von Schokolade im Gehirn

Wie ich Schokolade für Glück und Lebensfreude einsetze
Es kommt vor, dass ich nach einem Schultag oder nach Prüfungen zum Automaten gehe und mich mit einem Schokoriegel belohne. Den geniesse ich sehr bewusst. Natürlich ist dies nicht der einzige Moment im Leben, wo ich zu Schokolade greife. Für mich ist es jedoch gut, wenn der Riegel ein Ende hat – eine grosse Tafel macht nicht glücklicher. Jedenfalls nicht langfristig.

Was tust du für Glück und Lebensfreude?



Unmöglich?

Es ist viel mehr möglich, als du denkst.

Unmöglich, vergiss es, wurde ihr gesagt. Damals, als sie in der Rehabilitation war. Ihr Ziel: einmal wieder Autofahren.

Wie fest lassen wir uns bremsen von anderen? Oder sagen wir „jetzt erst recht“?

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

Hermann Hesse

Halbseitig gelähmt und wieder Autofahren – wie soll das gehen?

Unmöglich? Eine erstaunliche Geschichte.

Als ich Ruth Wieser im April 2019 interviewte, glaubte ich selber noch nicht ganz daran, dass es soweit kommt.

Es geht nicht nur darum Ziele zu setzten und nachzudenken, sondern ums

TUN

Was tust du, entgegen allen Ratschlägen von Freunden und Feinden?

Ist Dankbarkeit naiv?

Es ist ein sonniger Tag im Mai. Der Mann den ich begegne ist zwischen 50 und 60-Jährig. Im kurzen Gespräch lachen wir über meinen berndeutschen Ausdruck „bchime“, was soviel heisst wie genesen.

Er erzählt mir von seiner Frau und wie dankbar er ist, dass sie nicht locker liess und er jetzt endlich auf sie gehört hat.

„Das ist sehr gut, danken Sie ihr dafür.“ „Ja, das werde ich tun,“ sagt er und wir verabschieden uns.

Doch seine Frau sieht er nicht mehr. Er kann sich bei ihr nicht mehr bedanken.

Stunden nach unserer Begegnung erfahre ich, dass dieser Mann einen Herz-Kreislaufstillstand erlitten und nicht überlebt hat.

Diese Geschichte regt mich an über Dankbarkeit nachzudenken.

Gedanken zu Dankbarkeit

Über Dankbarkeit wird viel geschrieben. Google gibt über 10 Millionen Treffer an. Ein positives Gefühl oder eine wertschätzende Haltung den materiellen oder immateriellen Gütern gegenüber, die man hat oder die man erhalten wird. So wird Dankbarkeit beschrieben.

Längst ist bekannt; Dankbarkeit verhilft zu positiveren Gefühlen und sorgt dafür, dass wir gute Erfahrungen machen, die Gesundheit verbessern, besser mit Widrigkeiten umgehen und starke Beziehungen aufzubauen.

Dankbarkeit kann in vielfältiger Weise gefühlt oder ausgedrückt werden:

  • positive Erinnerungen können wachgerufen werden
  • gegenwärtiges Glück wird nicht als selbstverständlich ansehen
  • wir können hoffnungsvoll und optimistisch in die Zukunft blicken
  • Eine dankbare Haltung stärkt die Resilienz (Widerstandskraft) und kann in kleinen Schritten weiterentwickelt werden.

Wie Dankbarkeit Teil des Alltags wird

  • schreibe morgens oder abends 2-3 Dinge auf, für die du dankbar bist
  • meditiere morgens 5 Minuten und erinnere dich dabei wofür du dankbar bist. Denkst du meditieren sei nichts für dich, weil du deine Gedanken nicht stoppen kannst? Das dachte ich auch. Das Gehirn denkt immer, dazu ist es da. Lass die Gedanken weiterziehen und halte sie nicht fest. Hilfreich kann eine geführte Meditation sein z.B. Christian Bischoff (geführte 5 Minuten Meditation) oder Tara Brach Podcast
  • sei achtsam im Alltag. Höre Menschen zu und lausche die Geräusche in der Natur.

Fragen zur Dankbarkeit:
Für welche fünf Dinge bin ich heute dankbar?

Welchen fünf Menschen bin ich dankbar?

Wem sage ich heute Danke?

Macht Dankbarkeit träge?

Wer erst zufrieden ist, wenn das Ziel erreicht ist, kann kaum im Moment leben. Wer hingegen auch die kleinen Schritte auf dem Weg zum Ziel wertschätzt und geniesst, lebt besser und auch gesünder. Eine dankbare Haltung hat nichts mit einer rosa Brille zu tun, die alles beschönigt. Jedoch sieht man eher auch die bunten Blumen am steilen Weg der zum Gipfel führt.

Oder wie Anna Galli (90) in Gerra sagt: „Man muss nicht immer zufrieden sein, aber dankbar für das was man hat.“

Wofür bist du dankbar – schreib es mir per Mail oder in den Kommentar

Willst du mehr wissen zu Dankbarkeitsstudien?

Weiterlesen „Ist Dankbarkeit naiv?“

Ideen für Gotte, Götti und Grosis

Alles begann mit der Postkarte im Briefkasten. Darauf stand: „Mir ist so langweilig“.
Plötzlich nicht mehr zur Schule gehen zu dürfen und keine Kollegen mehr zu treffen, das ist hart. Mein 8-Jähriger Patenbub langweilte sich.  Jetzt waren spannende Ideen gefragt, die auf Distanz möglich sind.

Idee Nummer 1
Eine Fortsetzungsgeschichte mit kleinen Videos. Video Teil eins, wird aufs Smartphone der Mutter geschickt. Dazu gibt es eine oder mehrere Fragen. Eine Frage kann sein: wie geht die Geschichte weiter? Eine andere: wo ist das Land, in dem die Geschichte beginnt.

Was es dazu braucht:
Zeit
Ein Smartphone
Eine wahre oder eine gut erfundene Geschichte in mehreren Teilen
Bilder oder kurze Videos
Den Mut nicht perfekt zu sein
Freude am Basteln

Die Freude ist gross, wenn die Antwort zu den Fragen auf meinem Smartphone ankommt.
Dann nämlich heisst es, eine neue Folge kreieren.
Interessiert an der Fortsetzung? Mail an ritascheurer@bluewin.ch mit
Vermerk Fortsetzung Malaga

Fürs iPhone gibts die App iMovie. Sie ist einfach zu handhaben.
YouTube Tutorial zu iMovie https://youtu.be/Q9aQqjnvL4w

Für Andorid gibts
PowerDirector Videobearbeitung
YouTube Tutorial https://youtu.be/NZAMiRju-fo

Idee 2
Ein Kreuzworträtsel mit Fragen zum Lieblingstier, Essen, Sport etc.
Einfach zu erstellen. Um einen sinnvollen Lösungssatz zu erhalten braucht es etwas Fantasie. Die Buchstaben müssen logischerweise alle im Rätsel vorkommen.
Rätsel und Lösung ausdrucken – in zwei Couverts legen und ab die Post.
Das Rätsel wird an das Kind, die Lösung an die Eltern geschickt.

Was es dazu braucht:
Fantasie
Vorlieben des Kindes kennen
https://www.xwords-generator.de/de

 

Mehr von dem was dir guttut

Als Hörbuch-Junkie bin ich auf das Buch «Design your life» von Bill Burnett und Dave Evans gestossen. Es geht darum, das zu finden, was uns im Leben erfüllt und Energie gibt. Sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit. Wenn wir voller positiver Energie sind, spielt es keine Rolle ob es Arbeit oder Freizeit ist, das gefällt mir an diesem Konzept gut. Es gibt kein Versprechen von 0 auf 100 die ultimative «Berufung» zu finden, sondern kleine oder grosse erfüllende, energiebringende Erlebnisse im Alltag zu entdecken.
Burnett und Evans fordern im Buch auf, ein goodtime Journal zu erstellen.

Das geht so:

Über ein paar Tage oder länger, blickt man auf den Tag zurück und denkt an Erlebtes. Einzelne Erlebnisse werden herausgepickt und eingeschätzt. Wie stark war ich engagiert und wie energievoll war es für mich?

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Beispiele: Auf der Arbeit lerne ich mit dem Programm Camtasia arbeiten, um E-Learnings zu erstellen. Ich bin voll engagiert und fühle mich energiegeladen, wenn etwas gelingt.
Wenn ich meine Joggingschuhe schnüre, bin ich nicht immer voll engagiert oder motiviert. Wenn ich jedoch danach unter der Dusche stehe, fühle ich mich gut und energievoll.

Dino Berli, der Autor des Buches «Geilzeitarbeit», hat das goodtime Journal mit dem «somatischen Marker» aus dem Zürcher Ressourcen Modell ZRM verbunden. Der Begriff «somatischen Marker» beschreibt wissenschaftlich begründet, was wir vereinfacht als «das Bauchgefühl» kennen.
Im ZRM geht man davon aus, dass jede Entscheidung mit einem Körpergefühl verbunden ist.
Stellt man sich eine gute Situation vor, spürt man im Körper irgendwo ein gutes Gefühl. Stellt man sich eine unangenehme Situation vor, verkrampft sich der Bauch oder der Atem wird flach etc. Diese Signale sind zum Teil sehr zart und kaum fühlbar. Das feine Gespür kann jedoch trainiert werden.

Goodtime Journal – was tut mir gut?

Gesundheit
Ist es die tägliche Bewegung draussen an der frischen Luft oder die Stunde Pilates?
Ist es der wöchentliche zuckerfreie Tag oder das Stück Kuchen mit Freunden?

Beziehungen
Welche Beziehungen geben und welche rauben mir Energie?
Welche Momente mit meinen Nächsten geben mir Energie? Spielabend, Tanzen, Kuscheln etc.

Spiritualität
Ist es ein Buch, Musik, ein Gottesdienst? Oder kann ich Energie tanken, wenn ich in der leeren Kirche sitze und eine Kerze anzünde?

Etwas für andere tun
Ist es die kleine Überraschung, die ich meiner Kollegin schicke? Steigt mein Energielevel, wenn ich einer Freundin sage, wieviel mir die Freundschaft bedeutet?

Mehr von dem was dir gut tut

Dies sind ein paar Dinge die mir persönlich guttun:

  • Velofahren oder Inlineskaten mit Musik in den Ohren und dazu laut singen
  • Der Regenspaziergang mit meiner Hündin Tapas
  • Beim Unterrichten bemerken, dass die Kursteilnehmer ein AHA-Erlebnis haben

Was steht in deinem goodtime Journal – schreib es bitte in den Kommentar.
Falls es dir schwerfällt, es herauszufinden – melde dich bei mir zu einer kostenlosen kollegialen Beratung an

Quellen:
Beerli Dino, Geilzeitarbeit
Bill Burnett und Dave Evans, Design your life
Zürcher Ressourcen Modell, https://zrm.ch/

Perlen im Alltag

Gerade noch geschafft. Ausser Atem setze ich mich in ein leeres Zugsabteil und in dem Moment fährt der Zug auch schon los. Es ist Sonntagnachmittag. Mit Kopfhörern in den Ohren stimme ich mich auf ein Konzert in Basel ein.

Eine junge Frau steuert mein Abteil an. Der kleine Junge an ihrer Hand sieht mich kurz an und zieht seine Mutter weiter. Sie gehen vorbei. Gerade will ich mein Buch aus der Tasche nehmen, da kommen die beiden zurück und setzen sich mir gegenüber. Nun wird’s Zeit die Kopfhörer in die Tasche zu stecken.

Der Junge spielt mit dem gelben Plastikei aus einer Kinderüberraschung. Die kleinen Teile, die darin waren, sind wahrscheinlich längst verloren. Die Mutter nebenan schreibt SMS. Er summt still und leise vor sich hin. Schüchtern sieht er mich mit seinen dunklen, großen Augen an. Wenn sich unsere Blicke treffen, versteckt er sein Gesicht hinter dem Mantel der Mama.

Ich ziehe eine Zeitschrift mit dicken Seiten aus der Tasche und reisse eine Seite heraus, die ich sowieso nicht lesen will.
Ungelenk falte ich ein Flugzeug und schenke es dem Kleinen. Der Versuch den Papierflieger in die Luft zu bringen, scheitert kläglich. Der Schwerpunkt ist so schlecht, dass er nur zu Boden fällt. Es besteht keine Gefahr, dass er einem Sitznachbarn ins Gesicht fliegt. Der Junge hält den Flieger in der Hand, fährt damit durch die Luft und brummt dazu wie ein alter Flieger. Seine Mutter spricht in einer fremden Sprache mit ihm und lächelt mich an.

Jetzt schaut mich der Junge aus seinen dunklen Augen an. Es geht weiter mit einem Fingerkampf auf dem SBB Tisch. Wer den anderen antippen kann hat gewonnen. Seine kleinen Finger sind schnell, wenn er mich erwischst lacht er.

«Nächster Halt Olten,» dröhnt es aus den Lautsprechern.

Mutter und Sohn machen sich bereit zum Aussteigen. «Tschüss», sagt er, strahlt mich an und winkt.

Ein kleines Spiel, ein paar Augenblicke und ein grosses Geschenk im Alltag.

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I ha güebt im Fau – dä würd iz em junge Ma mit de grosse Chopfhörer über der Glaze u der Läderjagge um d’Ohre flüge

Welches sind deine Perlen im Alltag? Schreibe sie in den Kommentar.

Unterwegs mit der Krimiautorin

Der Zug fährt in Richtung Laupen, und es wird Zeit den Krimi in die Tasche zu stecken. Es ist nämlich keiner von Anita Flessenkämper.
Der Detektiv der Laupener Krimiatutorin heisst Herr Minder. Der Rentner ist oft im Stedtli, so wird Laupen von den Einheimischen genannt, mit seinem Appenzeller Hund Prinz unterwegs. Wenn Minder in seinen Recherchen nicht weiterkommt, trinkt er mit seinem Freund Kari Kaffee oder auch mal ein, zwei Gläschen Eigenbrand und bespricht die Lage. «Ein klarer Fall für einen Klaren,» sagt  Kari und schenkt noch ein Glas ein. Nach dem vierten Glas sieht der Fall anders aus. Unermüdlich löst Minder kleine und grosse Fälle in Laupen und bis weit ins Ausland.

Anita Flessenkämper ist begeistert von ihrem Stedtli. Sie kennt jeden Winkel und jede Gasse. In den Gassen, vorbei an schönen Gärten durch den mittelalterlichen Stadtkern, führt der Weg hoch zum Schloss. Dort steht die alte Blide, eine mittelalterliche Wurfmaschine. Jedes Jahr wird diese Wurfmaschine im Juni für den Schlachtgedenktag (Schlacht von 1339) bereit gemacht. Heute sind es nicht mehr grosse Steine, die als Wurfgeschoss dienen, sondern einen mit Wasser gefüllten Ballon in einem Jutesack. Anita beschreibt begeistert, wie die Blidenknechte die grossen Geschosse wegschleudern. Wie damit geschossen wird, ist in diesem Video zu sehen. https://youtu.be/oLHi3O5zt6k

Steht man oben beim Schloss, ist die Sicht über die Gärten, die Sense und bei gutem Wetter sogar bis in die Alpen einmalig.

Wo wohnt er denn nun Herr Minder und hat er Fälle die er löst? Da steht ein Haus beim Bärenplatz, mitten in Laupen. Die Wohnung mit Sicht auf die Strasse und den Platz, das könnte Herr Minders Wohnung sein. Er ist wieder an einem Fall, verrät Anita Flessenkämper. Mehr will sie nicht verraten. In ihrem vierten Fall «Neroberg» geht Minder bis nach Wiesbaden, um zu recherchieren. Man kann sich freuen auf seinen Spürsinn, wenn er mit dem Appenzeller Hund Prinz auf der Suche nach Mördern und Dieben ist. Vielleicht wird dann das beschauliche Laupen wieder zur Kulisse des neuen Krimis.

Leseproben der vier Krimis von Anita Flessenkämper-Bucher

http://www.laupenerkrimis.ch/

Laupen Region

http://www.regionlaupen.ch/

 

Lass dich von Freunden durch ihre Stadt führen oder führe jemanden, durch deine Stadt oder dein Dorf. Als Tourist oder «Fremdenführerin» Neues zu entdecken ist eine schöne Gelegenheit gemeinsam unterwegs zu sein. Von welchem Ort bist du begeistert und was ist das Besondere?