Ist Dankbarkeit naiv?

Es ist ein sonniger Tag im Mai. Der Mann den ich begegne ist zwischen 50 und 60-Jährig. Im kurzen Gespräch lachen wir über meinen berndeutschen Ausdruck „bchime“, was soviel heisst wie genesen.

Er erzählt mir von seiner Frau und wie dankbar er ist, dass sie nicht locker liess und er jetzt endlich auf sie gehört hat.

„Das ist sehr gut, danken Sie ihr dafür.“ „Ja, das werde ich tun,“ sagt er und wir verabschieden uns.

Doch seine Frau sieht er nicht mehr. Er kann sich bei ihr nicht mehr bedanken.

Stunden nach unserer Begegnung erfahre ich, dass dieser Mann einen Herz-Kreislaufstillstand erlitten und nicht überlebt hat.

Diese Geschichte regt mich an über Dankbarkeit nachzudenken.

Gedanken zu Dankbarkeit

Über Dankbarkeit wird viel geschrieben. Google gibt über 10 Millionen Treffer an. Ein positives Gefühl oder eine wertschätzende Haltung den materiellen oder immateriellen Gütern gegenüber, die man hat oder die man erhalten wird. So wird Dankbarkeit beschrieben.

Längst ist bekannt; Dankbarkeit verhilft zu positiveren Gefühlen und sorgt dafür, dass wir gute Erfahrungen machen, die Gesundheit verbessern, besser mit Widrigkeiten umgehen und starke Beziehungen aufzubauen.

Dankbarkeit kann in vielfältiger Weise gefühlt oder ausgedrückt werden:

  • positive Erinnerungen können wachgerufen werden
  • gegenwärtiges Glück wird nicht als selbstverständlich ansehen
  • wir können hoffnungsvoll und optimistisch in die Zukunft blicken
  • Eine dankbare Haltung stärkt die Resilienz (Widerstandskraft) und kann in kleinen Schritten weiterentwickelt werden.

Wie Dankbarkeit Teil des Alltags wird

  • schreibe morgens oder abends 2-3 Dinge auf, für die du dankbar bist
  • meditiere morgens 5 Minuten und erinnere dich dabei wofür du dankbar bist. Denkst du meditieren sei nichts für dich, weil du deine Gedanken nicht stoppen kannst? Das dachte ich auch. Das Gehirn denkt immer, dazu ist es da. Lass die Gedanken weiterziehen und halte sie nicht fest. Hilfreich kann eine geführte Meditation sein z.B. Christian Bischoff (geführte 5 Minuten Meditation) oder Tara Brach Podcast
  • sei achtsam im Alltag. Höre Menschen zu und lausche die Geräusche in der Natur.

Fragen zur Dankbarkeit:
Für welche fünf Dinge bin ich heute dankbar?

Welchen fünf Menschen bin ich dankbar?

Wem sage ich heute Danke?

Macht Dankbarkeit träge?

Wer erst zufrieden ist, wenn das Ziel erreicht ist, kann kaum im Moment leben. Wer hingegen auch die kleinen Schritte auf dem Weg zum Ziel wertschätzt und geniesst, lebt besser und auch gesünder. Eine dankbare Haltung hat nichts mit einer rosa Brille zu tun, die alles beschönigt. Jedoch sieht man eher auch die bunten Blumen am steilen Weg der zum Gipfel führt.

Oder wie Anna Galli (90) in Gerra sagt: „Man muss nicht immer zufrieden sein, aber dankbar für das was man hat.“

Wofür bist du dankbar – schreib es mir per Mail oder in den Kommentar

Willst du mehr wissen zu Dankbarkeitsstudien?

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Ideen für Gotte, Götti und Grosis

Alles begann mit der Postkarte im Briefkasten. Darauf stand: „Mir ist so langweilig“.
Plötzlich nicht mehr zur Schule gehen zu dürfen und keine Kollegen mehr zu treffen, das ist hart. Mein 8-Jähriger Patenbub langweilte sich.  Jetzt waren spannende Ideen gefragt, die auf Distanz möglich sind.

Idee Nummer 1
Eine Fortsetzungsgeschichte mit kleinen Videos. Video Teil eins, wird aufs Smartphone der Mutter geschickt. Dazu gibt es eine oder mehrere Fragen. Eine Frage kann sein: wie geht die Geschichte weiter? Eine andere: wo ist das Land, in dem die Geschichte beginnt.

Was es dazu braucht:
Zeit
Ein Smartphone
Eine wahre oder eine gut erfundene Geschichte in mehreren Teilen
Bilder oder kurze Videos
Den Mut nicht perfekt zu sein
Freude am Basteln

Die Freude ist gross, wenn die Antwort zu den Fragen auf meinem Smartphone ankommt.
Dann nämlich heisst es, eine neue Folge kreieren.
Interessiert an der Fortsetzung? Mail an ritascheurer@bluewin.ch mit
Vermerk Fortsetzung Malaga

Fürs iPhone gibts die App iMovie. Sie ist einfach zu handhaben.
YouTube Tutorial zu iMovie https://youtu.be/Q9aQqjnvL4w

Für Andorid gibts
PowerDirector Videobearbeitung
YouTube Tutorial https://youtu.be/NZAMiRju-fo

Idee 2
Ein Kreuzworträtsel mit Fragen zum Lieblingstier, Essen, Sport etc.
Einfach zu erstellen. Um einen sinnvollen Lösungssatz zu erhalten braucht es etwas Fantasie. Die Buchstaben müssen logischerweise alle im Rätsel vorkommen.
Rätsel und Lösung ausdrucken – in zwei Couverts legen und ab die Post.
Das Rätsel wird an das Kind, die Lösung an die Eltern geschickt.

Was es dazu braucht:
Fantasie
Vorlieben des Kindes kennen
https://www.xwords-generator.de/de

 

Mehr von dem was dir guttut

Als Hörbuch-Junkie bin ich auf das Buch «Design your life» von Bill Burnett und Dave Evans gestossen. Es geht darum, das zu finden, was uns im Leben erfüllt und Energie gibt. Sei es bei der Arbeit oder in der Freizeit. Wenn wir voller positiver Energie sind, spielt es keine Rolle ob es Arbeit oder Freizeit ist, das gefällt mir an diesem Konzept gut. Es gibt kein Versprechen von 0 auf 100 die ultimative «Berufung» zu finden, sondern kleine oder grosse erfüllende, energiebringende Erlebnisse im Alltag zu entdecken.
Burnett und Evans fordern im Buch auf, ein goodtime Journal zu erstellen.

Das geht so:

Über ein paar Tage oder länger, blickt man auf den Tag zurück und denkt an Erlebtes. Einzelne Erlebnisse werden herausgepickt und eingeschätzt. Wie stark war ich engagiert und wie energievoll war es für mich?

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Beispiele: Auf der Arbeit lerne ich mit dem Programm Camtasia arbeiten, um E-Learnings zu erstellen. Ich bin voll engagiert und fühle mich energiegeladen, wenn etwas gelingt.
Wenn ich meine Joggingschuhe schnüre, bin ich nicht immer voll engagiert oder motiviert. Wenn ich jedoch danach unter der Dusche stehe, fühle ich mich gut und energievoll.

Dino Berli, der Autor des Buches «Geilzeitarbeit», hat das goodtime Journal mit dem «somatischen Marker» aus dem Zürcher Ressourcen Modell ZRM verbunden. Der Begriff «somatischen Marker» beschreibt wissenschaftlich begründet, was wir vereinfacht als «das Bauchgefühl» kennen.
Im ZRM geht man davon aus, dass jede Entscheidung mit einem Körpergefühl verbunden ist.
Stellt man sich eine gute Situation vor, spürt man im Körper irgendwo ein gutes Gefühl. Stellt man sich eine unangenehme Situation vor, verkrampft sich der Bauch oder der Atem wird flach etc. Diese Signale sind zum Teil sehr zart und kaum fühlbar. Das feine Gespür kann jedoch trainiert werden.

Goodtime Journal – was tut mir gut?

Gesundheit
Ist es die tägliche Bewegung draussen an der frischen Luft oder die Stunde Pilates?
Ist es der wöchentliche zuckerfreie Tag oder das Stück Kuchen mit Freunden?

Beziehungen
Welche Beziehungen geben und welche rauben mir Energie?
Welche Momente mit meinen Nächsten geben mir Energie? Spielabend, Tanzen, Kuscheln etc.

Spiritualität
Ist es ein Buch, Musik, ein Gottesdienst? Oder kann ich Energie tanken, wenn ich in der leeren Kirche sitze und eine Kerze anzünde?

Etwas für andere tun
Ist es die kleine Überraschung, die ich meiner Kollegin schicke? Steigt mein Energielevel, wenn ich einer Freundin sage, wieviel mir die Freundschaft bedeutet?

Mehr von dem was dir gut tut

Dies sind ein paar Dinge die mir persönlich guttun:

  • Velofahren oder Inlineskaten mit Musik in den Ohren und dazu laut singen
  • Der Regenspaziergang mit meiner Hündin Tapas
  • Beim Unterrichten bemerken, dass die Kursteilnehmer ein AHA-Erlebnis haben

Was steht in deinem goodtime Journal – schreib es bitte in den Kommentar.
Falls es dir schwerfällt, es herauszufinden – melde dich bei mir zu einer kostenlosen kollegialen Beratung an

Quellen:
Beerli Dino, Geilzeitarbeit
Bill Burnett und Dave Evans, Design your life
Zürcher Ressourcen Modell, https://zrm.ch/

Perlen im Alltag

Gerade noch geschafft. Ausser Atem setze ich mich in ein leeres Zugsabteil und in dem Moment fährt der Zug auch schon los. Es ist Sonntagnachmittag. Mit Kopfhörern in den Ohren stimme ich mich auf ein Konzert in Basel ein.

Eine junge Frau steuert mein Abteil an. Der kleine Junge an ihrer Hand sieht mich kurz an und zieht seine Mutter weiter. Sie gehen vorbei. Gerade will ich mein Buch aus der Tasche nehmen, da kommen die beiden zurück und setzen sich mir gegenüber. Nun wird’s Zeit die Kopfhörer in die Tasche zu stecken.

Der Junge spielt mit dem gelben Plastikei aus einer Kinderüberraschung. Die kleinen Teile, die darin waren, sind wahrscheinlich längst verloren. Die Mutter nebenan schreibt SMS. Er summt still und leise vor sich hin. Schüchtern sieht er mich mit seinen dunklen, großen Augen an. Wenn sich unsere Blicke treffen, versteckt er sein Gesicht hinter dem Mantel der Mama.

Ich ziehe eine Zeitschrift mit dicken Seiten aus der Tasche und reisse eine Seite heraus, die ich sowieso nicht lesen will.
Ungelenk falte ich ein Flugzeug und schenke es dem Kleinen. Der Versuch den Papierflieger in die Luft zu bringen, scheitert kläglich. Der Schwerpunkt ist so schlecht, dass er nur zu Boden fällt. Es besteht keine Gefahr, dass er einem Sitznachbarn ins Gesicht fliegt. Der Junge hält den Flieger in der Hand, fährt damit durch die Luft und brummt dazu wie ein alter Flieger. Seine Mutter spricht in einer fremden Sprache mit ihm und lächelt mich an.

Jetzt schaut mich der Junge aus seinen dunklen Augen an. Es geht weiter mit einem Fingerkampf auf dem SBB Tisch. Wer den anderen antippen kann hat gewonnen. Seine kleinen Finger sind schnell, wenn er mich erwischst lacht er.

«Nächster Halt Olten,» dröhnt es aus den Lautsprechern.

Mutter und Sohn machen sich bereit zum Aussteigen. «Tschüss», sagt er, strahlt mich an und winkt.

Ein kleines Spiel, ein paar Augenblicke und ein grosses Geschenk im Alltag.

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I ha güebt im Fau – dä würd iz em junge Ma mit de grosse Chopfhörer über der Glaze u der Läderjagge um d’Ohre flüge

Welches sind deine Perlen im Alltag? Schreibe sie in den Kommentar.

Unterwegs mit der Krimiautorin

Der Zug fährt in Richtung Laupen, und es wird Zeit den Krimi in die Tasche zu stecken. Es ist nämlich keiner von Anita Flessenkämper.
Der Detektiv der Laupener Krimiatutorin heisst Herr Minder. Der Rentner ist oft im Stedtli, so wird Laupen von den Einheimischen genannt, mit seinem Appenzeller Hund Prinz unterwegs. Wenn Minder in seinen Recherchen nicht weiterkommt, trinkt er mit seinem Freund Kari Kaffee oder auch mal ein, zwei Gläschen Eigenbrand und bespricht die Lage. «Ein klarer Fall für einen Klaren,» sagt  Kari und schenkt noch ein Glas ein. Nach dem vierten Glas sieht der Fall anders aus. Unermüdlich löst Minder kleine und grosse Fälle in Laupen und bis weit ins Ausland.

Anita Flessenkämper ist begeistert von ihrem Stedtli. Sie kennt jeden Winkel und jede Gasse. In den Gassen, vorbei an schönen Gärten durch den mittelalterlichen Stadtkern, führt der Weg hoch zum Schloss. Dort steht die alte Blide, eine mittelalterliche Wurfmaschine. Jedes Jahr wird diese Wurfmaschine im Juni für den Schlachtgedenktag (Schlacht von 1339) bereit gemacht. Heute sind es nicht mehr grosse Steine, die als Wurfgeschoss dienen, sondern einen mit Wasser gefüllten Ballon in einem Jutesack. Anita beschreibt begeistert, wie die Blidenknechte die grossen Geschosse wegschleudern. Wie damit geschossen wird, ist in diesem Video zu sehen. https://youtu.be/oLHi3O5zt6k

Steht man oben beim Schloss, ist die Sicht über die Gärten, die Sense und bei gutem Wetter sogar bis in die Alpen einmalig.

Wo wohnt er denn nun Herr Minder und hat er Fälle die er löst? Da steht ein Haus beim Bärenplatz, mitten in Laupen. Die Wohnung mit Sicht auf die Strasse und den Platz, das könnte Herr Minders Wohnung sein. Er ist wieder an einem Fall, verrät Anita Flessenkämper. Mehr will sie nicht verraten. In ihrem vierten Fall «Neroberg» geht Minder bis nach Wiesbaden, um zu recherchieren. Man kann sich freuen auf seinen Spürsinn, wenn er mit dem Appenzeller Hund Prinz auf der Suche nach Mördern und Dieben ist. Vielleicht wird dann das beschauliche Laupen wieder zur Kulisse des neuen Krimis.

Leseproben der vier Krimis von Anita Flessenkämper-Bucher

http://www.laupenerkrimis.ch/

Laupen Region

http://www.regionlaupen.ch/

 

Lass dich von Freunden durch ihre Stadt führen oder führe jemanden, durch deine Stadt oder dein Dorf. Als Tourist oder «Fremdenführerin» Neues zu entdecken ist eine schöne Gelegenheit gemeinsam unterwegs zu sein. Von welchem Ort bist du begeistert und was ist das Besondere?

 

 

Begegnungen auf einer Wanderung

Im Mai 2017 hatte ich meine Seite mit Unterstützung von Freunden aufgebaut. Das Thema «Lehren und Lernen» war für mich wichtig, denn dazu habe ich etwas zu sagen.

Jetzt habe ich mich entschlossen, den Blog neu auszurichten. Es sollen Erlebnisse, Einsichten und Erfahrungen sein, über die hier berichtet wird. Dinge die mir wichtig sind; peinliche, lustige, traurige und besinnliche Momente sollen hier beschrieben sein. Natürlich in der Hoffnung, dass jede Leserin und jeder Leser sich amüsiert oder etwas Nützliches mitnehmen kann.
Es sollen auch Interviews und Geschichten mit interessanten Persönlichkeiten und Viechern drin Platz haben.

Braunvieh

Der Streit mit Braunvieh Mutterkuh Bella
Mit prächtigen Hörnern steht sie da Bella, ein Grauvieh. Grau-braun mit weissen Fransen an den Ohren. Neben ihr steht eine zweite Kuh.
Meinen Hund Tapas halte ich an der kurzen Leine, wie es sich gehört, wenn man eine Kuhweide durchquert. Schön dem Zaun entlang, nicht auffallen.
Bella und ihre Kuh-Kollegin kommen neugierig näher. «Ist alles gut,» sage ich zu Bella, «wir sind gleich wieder weg.» Doch Bella will es genauer wissen: „Hei was willst du hier mit deinem Hund?“, scheint sie zu fragen. „Geh weg, ich mache deinen Kälbern nichts, wir sind gleich weg“, erkläre ich ihr ruhig, und sie trottet mit ihrer Kuh-Kollegin weg.

Doch der Zaun hat am anderen Ende der Weide keinen Ausgang, er ist hoch und elektrisch geladen, für Tapas und mich gibt es hier kein Durchkommen. Offensichtlich führt der Wanderweg doch nicht hier durch, und ist vor dem Gattertor schlecht markiert. Wir müssen umkehren und noch einmal bei Bella vorbei.

Doch Bella fragt diesmal nicht. Sie kommt mit Verstärkung – jetzt sind sie zu viert – und greifen wirklich an. «Weg hier, lass unsere Kälber in Ruhe!», und schon liege ich am Boden. Tapas flieht mitsamt der Leine. Ich schreie: «Nein – lass mich, ich tue doch den Kälbern nichts!». Doch das hilft nicht mehr: Alle vier treten mich mit ihren Füssen.
……
Endlich kann ich wieder aufstehen. Doch Bella rennt auf mich zu und lädt mich auf die Hörner und spickt mich durch die Luft. «Weg jetzt mit dir!», heisst das sicher. Da liege ich wieder, über mir 4×4 Hufe. Wenige später kommt Bella mit ihrem grossen Kopf nah an mein Gesicht, ich sage gar nichts mehr und stelle mich tot. «Girls, es ist genug, lasst sie laufen. Sie hat ihren Teil gelernt. Sie ist K.O. und tut unseren Kälbern nichts mehr, wir lassen sie gehen.» Bella und ihre Kolleginnen trotten davon. Ich stehe auf, sammle Brille und Hut und suche nach Tapas. Ausserhalb der Weide sehe ich sie im Schatten sitzend warten.

Ich humple davon und komme mit vielen blauen Flecken und einigen Knochenbrüchen davon.
Danke Bella, dass ihr mich habt leben lassen.

Österreichs 10 Regeln im Umgang mit Weidevieh
https://www.youtube.com/watch?v=NYVYvHiHsKU&feature=youtu.be

Trauffer Müeh mit de Chüeh

Kuh-Bild oben von Bettina Thannheimer auf Pixabay.com

 

Kollegiale Beratung neu entdeckt

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Wer kennt es nicht, das Gefühl, dass einem etwas auf dem Magen liegt. Eine möglichst schnelle und gute Lösung würde uns entlasten. Doch wen soll man fragen, ohne in Gefahr zu kommen, dass der einem noch viel Schlimmeres erzählt.

Es gibt sie, diese Freunde und Freundinnen, die einem  zuhören. Sie können auch einen Moment der Stille aushalten, damit man sich zum Beispiel überlegen kann: «Was habe ich getan, bevor XY so reagiert hat?» Freunde, die unsere empfindlichen Stellen kennen, können uns den Spiegel vorhalten. Plötzlich kann das Problem klarer gefasst werden.

So kann der Ablauf einer kollegialen Beratung aussehen:

Person A erzählt ihr Problem. Sie zeigt das Umfeld, mögliche Personenkonstellationen, eigene Gedanken und Emotionen dazu auf. Nach der ausführlichen Beschreibung stellt B Fragen.
A: Ich habe zu schnell geplant und es ist mir ein Fehler passiert. Es besteht die Gefahr, dass ich dadurch eine Kollegin vor den Kopf stosse, weil ich sie wieder ausplanen muss. Es ist mir peinlich und unangenehm, weil ich nicht an alles gedacht habe.

Person A formuliert ihr Anliegen in Form einer Frage:
Wie kann ich offen sein und den besten Weg wählen um einen Schaden zu vermeiden.

Methoden die sich anbieten sind z.B. Brainstorming, gemeinsam zeichnen oder die Rollen tauschen.
Person B mimt die betroffene Kollegin: «Das hätte dir früher einfallen können….

Person B überlegt, laut denkend mögliche Lösungen. Person A soll zuhören und offen sein für Neues. Kein Kommentar wie das geht nicht etc.
Ich würde auf XY zugehen und ihr dein Missgeschick schildern. Oder vielleicht noch besser du besprichst die Situation zuerst mit deiner Chefin…. Was auch möglich ist, du …

Person A wählt die für sie beste Variante. Nun wird die Umsetzung skizziert.
Morgen mache ich einen Termin ab mit XY, damit wir alles besprechen können. Als erstes werde ich mich entschuldigen für meine Planung…

 

Kollegiale Beratung ist eine Sechs-Schritt-Methode, die üblicherweise in Teams eingesetzt wird. Dazu werden die Teammitglieder aufgefordert, Fälle einzubringen und es wird ein Moderator gewählt. Dies ist Schritt eins, des Modells das von Tietze beschrieben ist. In meinem blog adaptiere ich die Methode für zwei Personen.

Tietze K. (2010). Kollegiale Beratung. Problemlösungen gemeinsam entwickeln. 4. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Lust auf Digitales

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Eine Leidenschaft ist das, was uns Energie gibt und «Digitales» hat das Zeug dazu.

Als Lehrperson und Kursleiterin ist es ein gutes Gefühl, wenn die Leidenschaft im Klassenzimmer spürbar ist.
Die Suche nach aktivierenden Möglichkeiten, die Lernen und Spielen kombinieren, ergaben ein paar nützliche, digitale tools. Sie lassen sich einfach einsetzen.

Ob sich meine Begeisterung auf die Kursteilnehmerinnen überträgt?

Hier zeige ich ein paar tools und Beispiele, wie damit gearbeitet werden kann. Weiterlesen „Lust auf Digitales“