Fo-Kuss für den Kopf

Nach dem Mittagessen komme ich in mein Büro zurück. Trotz starkem Kaffee, gelingt es mir heute nicht, mich auf mein Konzept zu konzentrieren und daran weiterzuarbeiten. Tausend Gedanken und Aufgaben, gehen mir durch den Kopf. Die erledige ich auch. Doch meine wichtigste Arbeit für heute, die bleibt liegen. Dabei wäre es gerade heute angenehm ruhig, die Strasse wenig befahren und kein Baulärm. Mein Kopf will jedoch keine Ruhe geben. Er widersetzt sich strickte den Vorgaben, die ich ihm gebe: „Denke jetzt an nichts anderes, als an das Konzept für den nächsten Kurs.“ Aber es kommt mir vor, als riefen alle Hirnzellen gemeinsam: „Nein, ich kann jetzt nicht!“ An etwas anderes denken und in Bewegung kommen soll helfen, wenn es mit einer Aufgabe nicht  weitergeht. Also reduziere ich die Anzahl der eMails in meinem Posteingang von 179 auf 155. Aufräumen entlastet, sagt Marie Kondo die japanische Meisteraufräumerin: „Entweder versprüht ein Gegenstand Funken der Freude oder er kann weggeworfen werden.“
Das ist es ja, das Konzept für meinen neuen Kurs löst ein funkelndes Freudenfeuer in mir aus, und doch will mein Kopf sich jetzt nicht damit beschäftigen. Jetzt reichts, sage ich nach einer halben Stunde, ich habe die Mailbox aufgeräumt – immerhin habe ich 24 Mails abgelegt oder gelöscht. Ich habe viele Aufgaben erledigt, es muss doch möglich sein, jetzt das Konzept zu schreiben. Anstatt im Büro sitzen zu bleiben, packe ich meine Jacke und verlasse das Büro. Ich gehe der nahegelegenen Baumreihe entlang und denke an mein „Konzept“. Wenn meine Gedanken in eine andere Richtung gehen,  rufe ich sie sanft aber bestimmt zurück: „Denkt jetzt an nichts anderes, als an das Konzept.“ Ein paar Mal schaue ich den farbigen Herbstblätter zu, wie sie zu Boden schweben und stelle mir ein buntes, praxistaugliches Konzept vor. Eine Viertelstunde später sitze ich an meinem Bürotisch. Innert einer halben Stunde sind die Ideen, die sich während der sogenannten „produktiven Meditation“, beim kurzen Spaziergang verdichtet haben, zu Papier gebracht.
Die Bewegung, die frische Stadtluft und die Ortsveränderung haben meine Gedanken regelrecht in Schwung gebracht.
Die „produktive Meditation“ entdeckte ich bei Cal Newport. Er empfiehlt, sich in leichter Bewegung, z.B. bei einem Spaziergang, auf ein Problem und dessen Lösung zu konzentrieren. Die abschweifenden Gedanken werden, wie bei einer Meditation, immer wieder auf das Thema zurückgebracht. So gelingt es, brauchbare Lösungen zu finden.

Idee und Quelle für die produktive Meditation: Deep work, rules for focused success in a distracted world, Cal Newport

Weitere hilfreiche Tricks zur Konzentration beim Lesen:  https://www.youtube.com/watch?v=YOscLZjjfdo&feature=youtu.be&inf_contact_key=a30c492ac1132330abc1bf3cd3dc817832b5a282b647a390fbb6b6f55e65ca24

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