Perspektivenwechsel

Der Hundetrainer macht es so
Das Ganze einmal andersrum. Im Alltag bin ich die Lehrerin und hoffe, meine „SchülerInnen“ lernen etwas Sinnvolles bei mir. Heute bin ich die „Schülerin“ mit dem Ziel, dass mein Hund Tapas besser abrufbar wird. So sieht es mit dem zurückrufen normalerweise aus. „Tapas – hier!“, rufe ich im Wald, oft bereits mit einem Stück Wurst in der Hand. Tapas schaut mich an und kommt sofort, meistens, etwa fünf von zehn Mal. Anders ist es, wenn Tapas beschäftigt ist mit einer spannenden Spur oder wenn sie schnüffelt, was sie liebend gerne tut. In diesem Fall tönt es dann so: „Tapas, hier“, nichts geschieht. Etwas lauter: „Tapaaas hier!!!!“, keine Reaktion. Nun will ich vom Hundetrainer Remo Rufer wissen, wie ich meine Erfolgsquote steigern kann. Sagen wir um 30% das heisst acht von zehn Mal.
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Die erste Übung, erklärt mir Remo, hat mit der klassischen Konditionierung zu tun. Auf einen Reiz folgt eine Reaktion. Mit einem sogenannten Marker, einem wohlklingenden Wort, kann ich Tapas darauf einstimmen. Ich wähle „Yip“, als Marker, das tönt sanft. Level eins ist; wenn Tapas in meiner Nähe ist sage ich „Yip“, danach wird sie sekundenschnell belohnt mit Wurst, Streicheleinheiten oder einem kurzen Spiel. Remo sagt es so: „Tut Tapas etwas was du möchtest, du sagst z.B sitz und sie setzt sich, kommt das Markersignal, und sie wird belohnt.“ Tapas reagiert schnell auf Yip und bleibt länger in meiner Nähe.

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Remo Rufer, Rita Scheurer, Tapas

 


Verhalten verändern oder Umorientierung
Bei der zweiten Übung verwenden wir einen neuen Begriff, dafür wählen wir „jahoo“ der für Tapas mit viel Belohnung verknüpft ist. Mein Ziel ist, dass sich Tapas auf mein Signal von einem Fokus abwendet. Remo: „Beim Umorientierungssignal „jahoo“, soll sich Tapas zu dir hin orientieren.“ Es soll helfen Verhalten zu verändern und zu verstärken. Sage ich „jahoo“ und Tapas schaut mich an, gibt ein richtig grosses Wurststück. Macht Wurst schlau, frage ich mich. Nach dreimaligem „Jahoo“-Wurst Manöver, kenne ich meinen Hund kaum mehr. Auch wenn ihre Nase noch so konzentriert am Schnüffeln ist, „jahoo“ wirkt – sie schaut mich an. Wenn mich Tapas anschaut kann ich mit dem Marker „Yip“ nachdoppeln. Sie schleckt schon vorfreudig die Schnauze, das allerdings wäre  nicht mein Ziel. Doch wenn ich jetzt leise rufe, habe ich schon fast 100%igen Erfolg.

Heute funktioniert es prima. Tapas hat schnell begriffen, wies funktioniert und ich auch. Mal schauen, ob es morgen beim Waldspaziergang anders tönt als „Tapas hieeer“. Die Marker- und Umorientierungswörter wie Yip oder jahoo habe ich so gewählt, weil sie nicht „aggressiv“ tönen. Das leuchtet ein.

Tapas
Tapas

 

Das könnte sich in Tapas’s Hundehirn abspielen: „Was ist das jetzt Neues? „Yip“, fühlt sich irgendwie gut an. Mein Mensch ist heute sehr aufmerksam und wird nie laut. Das können wir in Zukunft gerne so machen.“

Zertifizierter Hundetrainer cumcane familiari: Remo Rufer www.teammenschhund.ch Bilder: Wuddri Rim

Was kannst du vom Hundetrainer  oder von Tapas lernen für den Unterricht?  Was bedeutet für Lernende/Studierende Belohnung im Unterricht?
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Ideen für Unterricht gesucht: https://scheurercoaching.wordpress.com/mein-angebot/

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